Voraussichtlich keine UVP für EM-Stadion

21. Juli 2005, 11:34
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Land Kärnten delegiert Entscheidung an Stadtgemeinde Klagenfurt

Klagenfurt - Für das Klagenfurter EM-Stadion dürfte es nun doch keine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) geben. Diese war ursprünglich sowohl vom Land Kärnten als auch von der Stadt Klagenfurt befürwortet worden. Um den Bau rechtzeitig bis 2007 fertig stellen zu können, war ein Zeitrahmen von sechs Monaten für die UVP vorgesehen.

Doch Klagenfurts Bürgermeister Harald Scheucher wollte sich nach dem monatelangen heftigen Streit um die Bauvergabe offenbar nicht mehr auf einen mühseligen UVP-Instanzenweg einlassen, der das Klagenfurter EM-Projekt neuerlich gefährdet hätte.

Gutachten

Scheucher ließ ein Gutachten ausarbeiten, wonach eine UVP im Fall Klagenfurt nicht nötig sei. Begründung: Das EM-Stadionprojekt, das für 30.000 Sitzplätze ausgerichtet ist, sei nur ein temporäres. Es werde nach der EM ja wieder zurückgebaut. Außerdem wäre durch die UVP ein zu hohes Zeitrisiko gegeben, das die Stadt als Bauherr nicht eingehen wolle.

Kärntens Landeshauptmann Jörg Haider ließ sich daraufhin überzeugen und ließ die UVP-Feststellung vom Land an die Stadt Klagenfurt delegieren. "Wir wollen vonseiten des Landes nichts unternehmen, was die rechtzeitige Fertigstellung des Stadions gefährden könnte", so Haider: "Die Entscheidung liegt bei der Stadt Klagenfurt."

Zornig über die Delegierung der UVP-Feststellung per orange-schwarzem Mehrheitsbeschluss in der Landesregierung zeigte sich Umweltlandesrat Reinhart Rohr (SPÖ): "Ein konzentriertes UVP-Verfahren hätte volle Rechtssicherheit und volle Bürgerbeteiligung gebracht." Man habe die UVP offenbar umgehen wollen. (stein, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 6.7.2005)

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