Olympisches Dorf kommt nach Wals-Siezenheim

6. Juli 2005, 18:54
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Gagenboom bei Salzburg-Bewerbung - Olympiawerber werden von der undurchsichtigen Finanzgebarung von 2010 eingeholt

Salzburg – Die Standortfrage des olympischen Dorfs sei „in den Eckpunkten geklärt. Die Schwarzenbergkaserne wird zur Verfügung stehen.“ Der Chef der Vorbereitungskommission für die Bewerbung Salzburgs um die Winterspiele 2014, Gernot Leitner, bestätigt im Standard-Gespräch, dass die 2500 bis 3000 Olympia- Betten nach Wals-Siezenheim kommen werden. Immer vorausgesetzt, Salzburg erhält Mitte 2007 bei der Tagung des Internationalen Olympischen Komitees tatsächlich den Zuschlag für 2014.

Ursprünglich war ja die Rainer- Kaserne in der südlich der Landeshauptstadt gelegenen Gemeinde Elsbethen für das olympische Dorf vorgesehen. Nachdem sich die Gemeindevertretung aber klar gegen das Projekt ausgesprochen hatte, waren die Pläne vom Tisch. Ähnliche Schwierigkeiten seien in Wals nicht zu erwarten, sagt Leitner. Bürgermeister Ludwig Bieringer (VP) sei in die Vorbereitungen eingebunden.

Am 20. Juli sollen die Details, wie das olympische Dorf am Gelände von Österreichs größter Kaserne Platz finden kann, bei einem Treffen im Verteidigungsministerium geklärt werden.

„Geldverschwendung“

Während das Olympiabüro die Vorbereitungen für eine dritte Kandidatur Salzburgs um die Austragung von Winterspielen vorantreibt und der für Mittwoch vorgesehene Beschluss im Gemeinderat angesichts erdrückender Mehrheit von SP und VP nur eine Formsache ist, werden die Olympiawerber von der undurchsichtigen Finanzgebarung bei der gescheiterten Bewerbung 2010 eingeholt.

Die Bürgerliste veröffentlichte am Dienstag neue pikante Details der „schamlosen Geldverschwendung“: So sei einer Olympiabotschafterin die Teilnahme an einer Feier nach der Kür Salzburgs zur Kandidatenstadt mit über 6000 Euro abgegolten worden.

Insgesamt seien der aus zehn aktiven und ehemaligen Spitzensportlern bestehenden Riege von Olympia-Werbeträgern – beispielsweise Exskistar Annemarie Moser-Pröll – rund 415.000 Euro Gage ausbezahlt worden. Die Agentur eines weiteren Exspitzensportlers habe mehr als 410.000 Euro kassiert, 56.000 Euro davon für die Ausrichtung einer Pressekonferenz. Welche Leistungen sonst erbracht wurden, ist laut Bürgerliste „bisher nicht aufgeklärt“. (Thomas Neuhold, DER STANDARD Printausgabe, 06.07.2005)

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