Ölpreisschock bei 90 Dollar

29. Juli 2005, 20:35
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Marktmechanismen sollen Preise senken - Intensiverer Dialog mit Opec und verlässlichere Daten über Fördermengen und Reserven soll Spekulationen verhindern

Die G-8-Führer wollen mit Marktmechanismen gegen die gegenwärtig hohen Erdölpreise (Rekordmarke 60,95 US-Dollar im Juni) angehen. Ausreichende Investitionen in Förder- und Raffineriekapazitäten, ein intensiverer Dialog mit der Opec und verlässlichere Daten über Fördermengen und Reserven sollen Preisspekulationen verhindern. Eine verstärkte Regulierung des Ölmarktes hingegen halten die G-8-Länder ihren Diplomaten zufolge indes nicht für zielführend.

Ein andauernd hoher Ölpreis könnte weltweit das Inflationsrisiko erhöhen, die Unternehmensgewinne, das Verbrauchervertrauen und somit auch die Konjunktur belasten, wird befürchtet. Einen Ölpreisschock und eine darauf folgende Rezession wie in den 1970er und 1980er-Jahren würde nach den Berechnungen der G-8-Ökonomen heute bei etwa 90 bis 95 Dollar pro Barrel Rohöl eintreten.

Mit seinem Öldurst spielt China, inzwischen der weltweit zweitgrößte Verbraucher des Rohstoffes, eine zentrale Rolle nicht nur in Preisfragen, sondern etwa auch in Fragen des Klimawandels. Kritisch wird zudem der Versuch der staatlichen chinesischen Ölfirma CNOOC gesehen, den US-Multi Unocal zu übernehmen. (red, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 6.7.2005)

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