Erneut Polizeiaktion gegen Elendsviertel

8. Juli 2005, 16:32
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Opposition: Räumungen sind vor allem gegen Regierungsgegner gerichtet

Harare - Sieben Wochen nach der umstrittenen Räumung von Elendsvierteln in Simbabwe hat die paramilitärische Polizei erneut Hütten in der Hauptstadt Harare zerstört. Angehörige der Opposition erklärten am Dienstag, die Beamten hätten Straßenhändler vertrieben, ihre Waren beschlagnahmt und Unterkünfte eingerissen. Ziel der Aktion vom Montag war das Viertel Hatcliffe, wo bereits am 19. Mai etwa 20.000 Menschen vertrieben worden waren.

Oppositionsführer Morgan Tsvangirai sagte, die Kampagne "Operation Murambatsvina" (Weg mit dem Müll) richte sich gegen Viertel, deren Bewohner mehrheitlich gegen die Regierung von Präsident Robert Mugabe seien.

Derzeit hält sich die UNO-Gesandte Anna Tibaijuka in Simbabwe auf, um die Räumungen zu untersuchen. Bisher verloren etwa 1,5 Millionen Menschen ihre Hütten. Ihre Lage wird durch eine schwere Wirtschaftskrise verschärft; die Inflation stieg auf mehr als 144 Prozent, die Arbeitslosigkeit liegt bei etwa 70 Prozent. Rund vier Millionen Menschen haben nicht genug zu essen. (APA/AP)

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