Van Staa: Einstellung des Brenner-Basistunnel-Projekts nicht ausgeschlossen

6. Juli 2005, 20:41
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Tiroler Landeshauptmann: Risiko des Nicht-Bauens sei jedoch "verschwindend gering"

Innsbruck - Dass es doch keinen Brennerbasistunnel geben könnte, hat der Tiroler Landeshauptmann Herwig van Staa (V) am Dienstag nicht ausgeschlossen. Das Restrisiko sei jedoch "verschwindend gering", erklärte er.

Der Bau des Probestollens habe bei allen Parteien im Landtag die Zustimmung erhalten. Das Land wolle für dieses Projekt rund 54 Mio. Euro investieren. Dabei handle es sich um eine Höchstsumme, die nicht weiter gesteigert werden könne, sagte Van Staa. Er rechne damit, dass die geologischen Verhältnisse nicht anders seien als bei dem Gotthard- und dem Lötschbergtunnel in der Schweiz.

"Keine Alternative"

Der Landeshauptmann ging davon aus, dass nach dem Bau des Brennerbasistunnels keine "massiven Subventionen" für die Verlagerung des Verkehrs von der Straße auf die Schiene nötig seien. Denn der Druck für politische Maßnahmen zur Lösung der Transitproblematik nehme auch in anderen Ländern zu. Es gebe daher keine Alternative zum Bau des Brennerbasistunnels. Dieser sei nämlich das Kernstück für die Strecke Berlin-Palermo.

Für die derzeit fehlende Auslastung der Schiene machte Van Staa die "schlechte Logistik" der Rollenden Landstraße verantwortlich. Die Bundesbahn sei jedoch bereits dabei, das System zu verbessern. Zudem seien die Zulaufstrecken noch nicht fertig ausgebaut. Eine Verbesserung der Verkehrsproblematik soll auch durch die Maßnahmen nach IG-Luft kommen. Derzeit warte man auf die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes in Zusammenhang mit dem so genannten Sektoralen Fahrverbot. Bestimmte Güter dürften dann nicht mehr auf der Straße transportiert werden, erklärte der zuständige LHStv. Hannes Gschwentner (S). (APA)

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