Gefährliche Weichmacher in Gummispielzeug EU-weit verboten

7. Juli 2005, 20:48
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Sechs PVC-Weichmacher könnten Organe schädigen und Krebserkrankungen fördern

Straßburg - Giftige Weichmacher in Gummienten und anderem Kinderspielzeug werden in der EU verboten: Das EU-Parlament hat am Dienstag einen Richtlinienentwurf beschlossen, nach dem sechs so genannte Phthalate künftig nicht mehr in Baby-Spielzeugen verarbeitet werden dürfen.

Die Substanzen wurden in der Richtlinie in zwei Kategorien aufgeteilt: Die drei als krebserzeugend, erbgutschädigend und fortpflanzungsgefährdend eingestuften Stoffe DEHP, DBP und BBP, dürfen in der EU in Spielzeugen und Babyprodukten generell nicht mehr verwendet werden. Für die drei Substanzen DINP, DIDP und DNOP, deren Schädlichkeit nicht eindeutig nachgewiesen ist, wurde eine weniger strenge Regel geschaffen: Sie dürfen nicht in Spielzeuge gelangen, die Kinder in den Mund nehmen können.

Organschäden

"Versuche mit Mäusen haben gezeigt, dass diese drei Substanzen ebenfalls Krebs erregend sein können, insbesondere aber leber- und Nieren schädigend", sagte der griechische EU-Abgeordnete Antonios Trakatellis, der den parlamentarischen Bericht zu dem Thema verfasst hat.

Phthalate werden dazu eingesetzt, PVC elastisch zu machen. Auf Grund der fehlenden chemischen Bindung können die Weichmacher wieder relativ leicht aus dem Kunststoff herausgelöst werden, was vor allem problematisch ist, wenn Kinder ihr Spielzeug in den Mund nehmen. Dabei können über den Speichel gefährliche Mengen der Weichmacher aufgenommen werden.

Erfreut über das Gesetz zeigte sich die Umweltschutzorganisation Greenpeace, die in einer Aussendung von einem "schwer erkämpften" Ergebnis sprach. Kritik kam von der Europäischen Weichmacherindustrie, die sich in einer Aussendung "enttäuscht und besorgt" zeigte. Mit dem Gesetz würden wissenschaftliche Erkenntnisse ignoriert und das Vorsorgeprinzip missbraucht. (APA)

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