Handys helfen beim Umsteigen im öffentlichen Verkehr

12. Juli 2005, 15:30
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3D-Flüge durch Österreich im Internet: Symposium AGIT 2005 in Salzburg zeigt Highlights der Geoinformatik

Salzburg - Programmierbare Handys als Navigationsgeräte für Reisende im öffentlichen Verkehr, 3D-Flüge im Internet durch Österreich: Das sind zwei von mehreren Highlights im Bereich der Geo-Informatikdienste, über die das 17. Symposium AGIT 2005 mit angeschlossener Fachmesse morgen, Mittwoch, bis kommenden Freitag in der naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Salzburg informiert.

Viele Autos sind bereits mit elektronischen Orientierungshilfen wie das GPS-System ausgestattet. Bald schon sollen auch Fahrgäste von Bus und Bahn durch komplexe Umsteige-Stationen mit Hilfe von "Smartphones" durchgelotst werden. Der Prototyp des Projekts "Open-Spirit", das die Forschungsgesellschaft Salzburg Research zusammen mit Partnern bis Jahresende entwickelt, wird diese Woche erstmals auf dem AGIT-Gelände in Salzburg vorgestellt.

Antragsteller des Projekts ist der Verkehrsverbund Ostregion. Die Pilotphase wird noch diesen Sommer in der unterirdischen Wiener Straßenbahnhaltestelle Matzleinsdorferplatz getestet. "Wir wollen die Leute damit vermehrt für den öffentlichen Verkehr gewinnen", erklärte Siegfried Reich von Salzburg Research bei einer Pressekonferenz heute, Dienstag. Für das elektronische Routing müssen in den Gebäuden kleine Sender, so genannte beacons, installiert werden.

Welche Kosten für den Konsumenten entstehen, steht noch nicht fest. Derzeit läuft eine Online-Befragung über die Zahlungsbereitschaft der Kunden. "Das Vermessen der Gebäude ist teuer", sagte Reich. Für das Bezahlen der Dienste seien unterschiedliche Varianten denkbar. Man könne das Navigations-Service etwa für einen Tag buchen oder eine Monats- oder Jahreskarte kaufen.

3D-Ortsplan im Internet

Ein weiterer Schwerpunkt des Symposiums ist die Vorstellung des interaktiven Ortsplans in 13 Sprachen der Firma Forest Mapping Management (FMM). Der auf Breitbandbasis entwickelte Internet-Viewer zeigt plastische 3D-Modelle und bietet 3D-Flüge durch Österreichs Landschaft. Der Internetteilnehmer kann sich im freien Raum bewegen und detailgenau historische Gebäude, Wanderrouten und Hotels ansehen, erläuterte Hermann Novak vom FMM. "Man sieht sogar die Äpfel auf den Bäumen hängen. In den nächsten sechs Wochen ist der ganze Salzburger Flachgau bis Radstadt im Pongau abrufbar."

Weltweit wurde die Stadt Salzburg als erste Stadt visuell abgebildet. 12.700 Gebäude, davon 3.000 mit realen Fassaden und sogar 200.000 Einzelbäume sind digital abrufbar. 3D-Flüge sind auch schon von Freistadt bis Prag, im steirischen Vulkanland und in Henndorf im Flachgau möglich. Diese Software, die bei einer Ausstellung in den USA ausgezeichnet wurde, sei auch für jeden Raumplaner nutzbar. Tourismusverbände könnten sämtliche Einträge selbst verwalten, so Novak.

Elektronische Orientierungshilfen speziell in Krankenhäusern hat die Firma Geodan entwickelt, die sich erst kürzlich in Salzburg angesiedelt hat. Sie erstellt innovative Systeme zur Lokalisierung von Patienten, Mitarbeitern und technischen Geräten. Dieses System soll vermeiden helfen, dass Patienten verloren gehen, erklärte Euro Beinat von Geodan Mobile Solutions. (APA)

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