"Idioten": Geldof verurteilt Initiatoren der Gewaltproteste zu G-8

5. Juli 2005, 15:47
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Musiker will Erwartungen an Gipfel nicht her­unterschrauben: "Wir erwarten vollen Sieg"

London - Bob Geldof, der Organisator der Live-8-Konzerte und Aktivist gegen Armut und Elend in der Welt, hat die Zusammenstöße zwischen gewaltbereiten Demonstranten und der Polizei im Vorfeld des G-8-Gipfels verurteilt. Einen Tag nach Scharmützeln zwischen Gruppen teils vermummter Demonstranten und Ordnungshütern in Edinburgh bezeichnete der Popstar die Initiatoren der Konflikte als Idioten.

Das "wird Entscheidungen der acht Männer nicht beeinflussen"

"Ihr dummes, unnötiges und zu verurteilendes Auftreten wird die Entscheidungen der acht Männer (beim G-8-Gipfel) nicht beeinflussen", sagte Geldof, als er von London mit dem Zug nach Edinburgh abreiste. Der Polizei bescheinigte er, dass sie am Montag angemessen aufgetreten sei.

Geldof, der am Wochenende mit Konzerten in zehn Ländern den politischen Druck auf die G-8-Verantwortlichen verstärken wollte, sah in den Zusammenstößen eine Ablenkung vom eigentlichen Ziel, in Schottland etwas für die Ärmsten der Welt zu erreichen. Nach seinen Worten geht es im Umfeld des Gipfels vor allem um eine Konfrontation zwischen jenen, die fundamentalen Wandel suchen und jenen, die dagegen sind.

Erwartungen an Gipfel will Geldof nicht herunterzuschrauben

Er wies die Warnung des britischen Finanzministers Gordon Brown zurück, dass er nicht enttäuscht sein solle, wenn beim Gipfel nicht alles erreicht werde, was Geldof mit seinen Anhängern anstrebe. "Wir sind nicht bereit, unsere Erwartungen herunterzuschrauben. Wir erwarten den vollen Sieg. Diesmal ist alles anders", versicherte Geldof.

Brown: Großbritannien sei abhängig von dem, was gemeinsam erreicht werde

Brown hatte am Dienstag erklärt: "Ich weiß, dass Sie sagen werden, wir sollten mehr tun und dass das, was wir erreichen, nicht gut genug ist", meinte Brown im BBC-Frühstücksfernsehen an die Adresse von Geldof. Großbritannien könne beim Treffen zwar vieles anstreben, sei aber letztlich abhängig von dem, was gemeinsam erreicht werde.

Campino und Dr. Motte wollen in Edinburgh für Ausweitung der Afrika-Hilfe demonstrieren

Campino von den Toten Hosen, Techno-Ikone Dr. Motte und andere prominente Musiker wollen unterdessen am Mittwoch nach Edinburgh aufbrechen, um dort für eine Ausweitung der Afrika-Hilfe zu demonstrieren. In einer Sondermaschine, dem ehemaligen Privatflieger des jugoslawischen Staatschefs Tito, wollen auch Reamonn-Sänger Rea, Schauspielerin Anna Thalbach und H-Blockx-Frontmann Henning Wehland mitfliegen, wie die PR-Agentur "Q'n'A" am Dienstag in Berlin mitteilte. (APA/dpa/AP)

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    Ausschreitungen in Edinburgh am Montag

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