2. Etappe: Mercado ist Glocknerkönig

29. Juni 2006, 15:36
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Auf verkürzter Etappe passierte der Quickstep-Fahrer als erster das Fuschertörl - Dahinter: der Schweizer Tschopp und Gerd Trampusch

Fusch - Auf der Glockner-Etappe wurden am Dienstag die Karten der Österreich-Rundfahrt neu gemischt. Hans Peter Obwaller büßte auf dem verkürzten zweiten Abschnitt von Salzburg zum Fuschertörl (118 km) in 2.423 m Höhe seinen am Vortag eroberten Vorsprung ein, dafür schlüpfte Gerhard Trampusch in die Rolle des besten Österreichers. Der Tiroler aus dem deutschen Akud-Team belegte bei Schneetreiben den dritten Rang, 1:04 Minuten hinter dem siegreichen Juan Miguel Mercado. Der Spanier übernahm vom Italiener Sergio Marinangeli das Gelbe Trikot.

Allein durch Nebel und Schneeregen

Durch die Programmänderung und die zusätzliche Bergankunft änderten sich die Voraussetzungen für die Profis. Sie kämpften sich im Finish fast durchwegs einzeln durch Nebel und Schneeregen, die Abfahrt Richtung Kärnten wäre wegen der Kälte und der gefährlichen Strecke, die in den Morgenstunden noch unpassierbar gewesen war, nicht zu verantworten gewesen.

So ging es mit dem Auto die restlichen 57 Kilometer ins ursprünglich geplante Ziel in Nußdorf bei Lienz, wo Mercado als erster Spanier das Gelbe Trikot und den Pokal für den Glocknerkönig übernahm. Mit 32 Sekunden Vorsprung auf den zweitplatzierten Schweizer Johann Tschopp (Phonak) hat er gute Karten für den ersten spanischen Rundfahrtsieg in Österreich.

Wichtiger Formtest für QuickStep

Mercado, der am Freitag seinen 27. Geburtstag feiert, zählte zu den Mitfavoriten der Hervis-Tour. Bisher größter Erfolg des leichtgewichtigen Kletterers aus dem Team QuickStep ist der Gewinn einer Etappe der Tour de France 2004, heuer baut er sich für die Spanien-Rundfahrt auf. "Wir haben ein starkes Team und können ein schönes Resultat erreichen, die Österreich-Rundfahrt ist ein wichtiger Formtest", hatte der Sportliche Leiter Rik van Slycke schon vor der Etappe gesagt.

"Mercado war eine Klasse für sich", meinte auch Trampusch, der 1999 Gesamt-Vierter war und nun mit knapp 27 Jahren an frühere Spitzenplätze anschloss. Er hatte die Spitzengruppe mit Bernhard Kohl zunächst ziehen lassen, schloss wieder auf und distanzierte den Niederösterreicher auf dem letzten Kilometer. "Ich habe versucht, meinen eigenen Rhythmus zu finden und bin froh, dass es gereicht hat, halbwegs vorne mitzufahren. Am Mittwoch heißt es Kraft sparen für das Zeitfahren auf das Horn am Donnerstag", meinte Trampusch zum dritten Teilstück nach Kitzbühel.

Kohl zufrieden

Kohl, der Jungprofi im Team T-Mobile, hatte sich sehr stark gefühlt, in der Steigung für hohes Tempo gesorgt und war in der immer kleiner werdenden Spitzengruppe schließlich als Einziger mit Mercado mitgezogen. Rund 4,5 km vor dem Ziel verlor er jedoch den Anschluss. Platz sechs mit 1:37 Minuten Rückstand bedeutet aber das bisher beste Resultat des 23-Jährigen in der heimischen Rundfahrt. "Ich bin zufrieden, auf dem Kitzbühler Horn ist noch viel möglich", meinte Kohl.

Drittbester Österreicher auf dem Glockner war Peter Luttenberger als Zehnter (3:18 zurück), zwei Plätze hinter dem Wels-Legionär Maurizio Vandelli (2:38). Der CSC-Profi ist damit Gesamt-Zwölfter (+ 3:28). Obwaller büßte als 24. der Tageswertung 6:26 Minuten ein und rutschte in der Gesamtwertung von Rang drei auf neun ab (+ 2:50). "Es war unglaublich schwer. Das war heute nicht mein Tag und nicht mein Wetter. Ich habe schon zur Halbzeit gedacht, dass ich absteigen muss", sagte der mehrfache Bergmeister.(APA)

2. Etappe (wegen Schneefalls verkürzt) Salzburg - Großglockner/Fuschertörl (118 km): 1. Juan Miguel Mercado (ESP/QuickStep) 3:18:52 Stunden - 2. Johann Tschopp (SUI/Phonak) 0:28 zurück - 3. Gerhard Trampusch (AUT/Akud) + 1:04 - 4. Michael Barry (CAN/Discovery Channel) 1:21 - 5. Kurt van de Wouwer (BEL/MrBookmaker) 1:29 - 6. Bernhard Kohl (AUT/T-Mobile) 1:37 - 7. Thomas Danielson (USA/Discovery Channel) 2:19 - 8. Maurizio Vandelli (ITA/Resc&Frisch) 2:38 - 9. Rinaldo Nocentini (ITA/Aqua&Sapone) 2:47 - 10. Peter Luttenberger (AUT/CSC) 3:18 - weiters: 17. Andreas Matzbacher (AUT/Lampre-Caffita) 5:53 - 23. Harald Morscher (AUT/Volksbank Ideal) 6:19 - 24. Hans Peter Obwaller (AUT/Sava Kranj) 6:26 - 38. Sergio Marinangeli (ITA/Naturino) 10:05 - 39. Paul Kasis (AUT/SKY Plastic Kruschitz) 10:50 - 43. Michael Pichler (AUT/Resch&Frisch) 12:00 - 45. Erik Zabel (GER/T-Mobile)

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    Juan Miguel Mercado wurde für seine Mühen mit dem Gelben Trikot belohnt.

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