
Freiwillig
Die MitarbeiterInnen der Stadtverwaltung können selbst entscheiden, ob sie lieber das Betriebssystem und die Office-Software des weltweiten Marktbeherrschers Microsoft oder lieber mit dem von der Stadt entwickelten Wienux und dem Open Source-OfficePaket OpenOffice.org arbeiten wollen.
Weniger Kosten, Sicherheit und gute Erfahrungen
Bis 2008 wird nun der Einsatz von Linux in der Praxis getestet. Dann werde sich entscheiden, wie weiter vorgegangen werde. Für den IT-Chef der Bundeshauptstadt, Erwin Gillich, sprechen neben Kosten- und Sicherheitsaspekte auch gute Erfahrungen mit freier Software für den Einsatz von Linux und Co. Die Stadt setzt bereits seit 1989 Open Source-Software im Serverbereich ein. Bedienungsnachteile kann Gillich nicht mehr entdecken – zu ähnlich seien Linuxbenutzeroberflächen und Windows. Sicherheitsbedenken gebe es schon gar nicht.
Kosten
Die Betriebskosten des Duos OpenOffice und Wienux sollen sich in den nächsten fünf Jahren auf 1,1 Mio. Euro belaufen. Für die Microsoft-Produkte fallen keine neuen Kosten mehr an, da dafür die Lizenzgebühren bereits bezahlt wurden. Bei offener Software fallen diese weg. Laut Gillich kann sich Wien mit der Kombination Wienux und Openoffice.org 90 Euro pro Rechner und Jahr ersparen.
So sieht Wienux aus
Wienux wurde auf Basis der populären Linux-Distribution Debian 3.1 entwickelt – laut Gillich – könnte künftig auch Ubuntu Linux zum Einsatz kommen. Als Benutzeroberfläche kommt KDE, als Webbrowser Firefox zum Einsatz.
Auf allen Rechnern der Stadt
Das ebenfalls lizenzkostenfreie OpenOffice.org ist das Pendant zu dem derzeit im Magistrat verwendeten MS-Office. Es kann plattformunabhängig sowohl auf Wienux- als auch MS-Windows-PCs installiert und parallel zu MS-Office betrieben werden. Gillich kündigte an, dass man OpenOffice auf allen Rechner der Stadt installiert wird.
Umsteiger
Wir gehen davon aus, dass die Zahl der Umsteller im ersten Jahr einige Hundert nicht überschreiten wird" meint Gillich. Bis in zwei bis drei Jahren die Migration auf Microsoft-Ebene, derzeit kommt Windows 2000 zum Einsatz, ansteht, wird es zum Einsatz von Open Source am Desktop aber schon einige Erfahrungen geben.

Erwin Gillich, Stadtrat Rudolf Schicker, Gemeinderat Andreas Schieder und Josef Broukal bei der Präsentation von Wienux
"Es geht"
Der Nationalratsabgeordnete und heimische IT-Journalist Josef Broukal betonte bei der Vorstellung von Wienux, dass die Stadt Wien mit dem Schritt hin zu Linux belegt, dass es auch mit freier Software geht.
Microsoft und die Grillplatzverwaltung
Microsoft Österreich hat in einer Stellungnahme auf den Schritt der Stadtverwaltung reagiert. Darin betont der Konzern, dass die Mehrzahl der Mitarbeiter der Stadt Wien mit Microsoft Office und knapp die Hälfte aller Server mit Windows laufen, "darunter populäre Dienste wie beispielsweise die Webservices für die Wiener Grillplatzverwaltung".
Man kann der "Art und Weise, wie hier vorgegangen wird, einiges abgewinnen. Denn hier sollen tatsächlich die Anwender entscheiden, was für sie persönlich am besten ist", so Microsoft-Sprecher Thomas Lutz. (sum)
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Egal ob Linux oder Windows oder was anderes - beide Systeme wahlfrei im Einsatz zu haben ist wohl das Schlechteste was es überhaupt gibt (Servicekosten etc.). Man stelle sich vor so was würde in der Privatwirtschaft gemacht - der CIO (wenn es einen gibt) würde wohl sofort gefeuert!
Sie meinen wohl den CEO, den hat Wien nicht sondern einen Bürgermeister.
Unabhänigig davon wäre ich mir nicht so sicher, dass die Servicekosten höher sind, schon gar nicht wenn langfristige Planung möglich ist (nicht unbedingt die Stärke der Privatwirtschaft). Besser so als ein Abenteuer mit Hochrisiko Crash Umstellung wo es dann mehr Probleme, eventuell hilflose UserInnen, überlastete Helpdesks etcetera gibt
Tendenziell werden die Administrationskosten höher sein.
Ich weiss zwar nicht wie zentralisiert (und automatisiert) die IT Admin der Stadt Wien erfolgt, aber wenn man quer durch alle Bereiche zwei Systeme parallel laufen hat, sind die Kosten höher.
Intelligente Unternehmen migrieren (wenn möglich) immer Einheiten en bloc, sodass ich aus Migrationsfehlern auch noch für die folgenden Einheiten lernen kann - aber niemand stellt das OS seinen Mitarbeitern frei. Jeder CIO sucht die maximale Homogenität der Systeme um Kosten und Zeit zu sparen.
Und ich höre es gerne, dass langfristige Planung in der Politik üblich ist - allein mir fehlt der Glaube ....
ich nehme auch an, dass die edv-kosten erstmal gestiegen sind. auf die art hat man es aber nicht mit einem ganzen block zu tun, der unter kinderkrankheiten leidet, sondern mit einzelnen rechnern, die das system nicht bedrohen. gleichzeitig bekommt man bei ihrer integration ein gutes bild davon was tatsächlich möglich ist und wo es probleme gibt.
was langfristigkeit und politische planung betrifft ist wien ein sonderfall, weil die spö nicht wirklich angst haben muss die macht demnächst zu verlieren, sodass sich später andere mit den eigenen lorbeeren schmücken können - im gegenteil langfristiges denken ist angesagt, weil sich strukturelle mängel wohl kaum einem anderen anhängen lassen....
Ich wage mal die Behauptung aufzustellen das insgesamt nicht mehr als max. 15% der Beamten freiwillig wechseln werden.
Denn erstens ist der Mensch ein Gewohnheitstier und zweitens wieso sollten sich unter den Beamten deutlich mehr Leute für Linux begeistern als unter den "Normalverbrauchern".
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