Ehemalige Hutu-Rebellen gewinnen Parlamentswahlen

13. Juli 2005, 14:26
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58 Prozent der Stimmen für die "Kräfte für die Verteidigung der Demokratie" - Erste Parlamentswahl seit zwölf Jahren

Bujumbura - Bei der Parlamentswahl in Burundi ist eine aus einer früheren Rebellengruppe hervorgegangene Hutu-Partei als Siegerin hervorgegangen.

Die Kräfte zur Verteidigung der Demokratie (FDD) hätten 58 Prozent aller Stimmen erhalten, teilte die Unabhängige Wahlkommission am Mittwoch nach Auszählung aller Stimmen mit. Damit schnitt die FDD deutlich besser ab als die regierende Hutu-Partei Frodebu von Präsident Domitien Ndayizeye, die mit 22 Prozent zweitstärkste Kraft wurde. Die Wahl der 100 Abgeordneten des Parlaments ist auch ein Stimmungstest für die Präsidentenwahl. Der Präsident wird bis spätestens 19. August mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit von Parlament und einem noch zu bestimmenden Senat gewählt.

Die wichtigste Partei der Minderheit der Tutsis errang nach Angaben der Wahlkommission lediglich sieben Prozent der Stimmen. Die restlichen Stimmen gingen an kleinere Parteien.

Belastet wurde die Wahl am Montag von Zusammenstößen zwischen dem Militär und der letzten in Burundi verbliebenen Rebellen-Gruppe, bei denen vergangene Woche 18 Menschen getötet wurden. Die Wahl sowie die Auszählung der Stimmen in dem zentralafrikanischen Land verliefen aber friedlich. Zum Schutz der Wähler entsandten die Vereinten Nationen 2700 Soldaten, die die Sicherheitskräfte des Landes unterstützen sollten. Rund 85 Prozent der sieben Millionen Einwohner Burundis sind Hutus, politisch führend waren früher die Tutsis. (APA/Reuters)

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    Stimmenabgabe in Bujumbura.

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