BAWAG-Betriebsrat gegen Fusion mit P.S.K

5. Juli 2005, 19:22
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Im Aufsichtsrat wird gegen Totalzusammenschluss gestimmt - Bedenken in Bezug auf rechtliche Auswirkungen auf Belegschaft und Gremien

Wien - Bis zum Herbst wollen BAWAG und P.S.K. ihre Fusion über die Bühne haben. Dienstag, stehen in den Aufsichtsräten die Weichenstellungen für den rechtlichen Totalzusammenschluss an. Der BAWAG-Betriebsrat legt sich aber noch quer.

Bei der außerordentlichen Aufsichtsrats-Sitzung der Gewerkschaftsbank am Dienstag brachte der BAWAG-Betriebsrat seine "Bedenken in Bezug auf die rechtlichen Auswirkungen" der bevorstehenden Fusion für die Belegschaft zum Ausdruck, heißt es in einer Mitteilung der BAWAG-Belegschaftsvertretung. Und somit haben die Betriebsräte im BAWAG-Aufsichtsrat heute gegen die Fusion gestimmt.

Strittige Fragen bis August klären

Die nächste Sitzung der Aufsichtsräte in der BAWAG soll am 1. August statt finden. Bis dahin, so heißt es aus dem Betriebsrat zur APA, wolle man strittige Fragen gelöst haben. Auf Basis von Gutachten will man klären, ob aus der Fusion ein ganz neues Unternehmen entsteht oder - wie Betriebsräte argumentieren - auf die bisherige Struktur aufgesetzt wird. Diese Feststellung hat dann entsprechende Auswirkungen auf die Bankbelegschaft und deren Gremien. Zu dieser Frage soll es mehrere Gutachten geben.

Der BAWAG-Betriebsrat habe "Verständnis für die Notwendigkeit einer Fusion von BAWAG und P.S.K.", heißt es in der Mitteilung prinzipiell, weil dadurch "das Unternehmen als Ganzes gestärkt" werde.

Gegen den Fusionsbeschluss

Trotzdem stimmte der BAWAG-Betriebsrat heute, Dienstag, gegen den Fusionsbeschluss, da zum derzeitigen Zeitpunkt die rechtlichen Auswirkungen auf die Mitarbeiter, die Betriebsvereinbarungen und die Mitbestimmungsgremien noch nicht geklärt seien.

"Die Absicherung der rechtlichen Ansprüche der Mitarbeiter in der neuen Bank ist uns wichtiger als einstimmige Beschlüsse im Aufsichtsrat", erklärte Ingrid Streibel-Zarfl, Vorsitzende des Zentralbetriebsrates, in der Sitzung.

Der BAWAG-Betriebsrat hofft, dass die noch offenen Punkte rechtzeitig bis zur endgültigen Beschlussfassung im August geklärt werden können. (APA)

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