Deutsche Filmakademie kürt erstmals Gewinner

8. Juli 2005, 11:54
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"Die fetten Jahre sind vorbei" als Bester Spielfilm nominiert - Zehn Nominierungen für "Alles auf Zucker" von Dani Levy

Berlin - Im Rahmen einer Gala in der Berliner Philharmonie findet am Freitag die Verleihung der 55. Deutschen Filmpreise statt. Erstmals küren die 600 Mitglieder der neu gegründeten Deutschen Filmakademie die Sieger mit der goldenen "Lola"-Trophäe in Frauengestalt. "Die fetten Jahre sind vorbei" von Hans Weingartner sind als Bester Spielfilm nominiert, der Vorarlberger hat auch Chancen auf die Auszeichnung für die Beste Regie.

Von Filmproduzent Bernd Eichinger ("Der Untergang") kam vor drei Jahren der Vorschlag, eine Filmakademie mit Vertretern der gesamten Filmbranche zu gründen, die die Filmpreise nach dem Vorbild der alljährlich die Oscars vergebenden American Academy verleiht. "Wenn man die Entscheidungen der Akademie für die Nominierungen sieht, dann weiß man, dass man jetzt alle anfänglichen Bedenken über Bord werfen kann", sagt Kulturstaatsministerin Christina Weiss (parteilos), von der weiter das Geld für den mit insgesamt rund 2,9 Millionen Euro höchst dotierten nationalen Kulturpreis kommt. Kritiker hatten im Vorfeld befürchtet, der Einfluss der Produzenten könne zu groß sein und kleinere Filme keine Chance mehr haben.

Vorbild: Oscar-Verleihungen

Tatsächlich finden sich in den 16 Nominierungskategorien große Produktionen wie Eichingers monumentaler Hitler-Film "Der Untergang" neben kleinen Filmen wie Maren Ades Lehrerinnen-Drama "Der Wald vor lauter Bäumen." Im Gedenkjahr zum 60. Jahrestag des Kriegsendes sind in der Kategorie "Bester Spielfilm" zwei Regiearbeiten nominiert, die vom Leben in der Nazi-Diktatur erzählen: Volker Schlöndorffs "Der neunte Tag" mit Ulrich Matthes und Marc Rothemunds "Sophie Scholl - Die letzten Tage" mit Julia Jentsch.

"Der Untergang" ist nicht als bester Film nominiert, erhielt aber drei Nominierungen für seine hervorragenden Schauspieler: Hitler- Darsteller Bruno Ganz tritt in der Kategorie Beste männliche Hauptrolle gegen Ulrich Matthes und August Diehl (beide "Der neunte Tag") sowie Henry Hübchen ("Alles auf Zucker") an. Die "Untergang"- Darstellerinnen Corinna Harfouch und Juliane Köhler sind in der Kategorie Beste weibliche Nebenrolle nominiert.

Zehn Nominierungen für "Alles auf Zucker"

Mit gleich zehn Nominierungen geht die deutsch-jüdische Familiengeschichte "Alles auf Zucker" von Dani Levy als großer Favorit in das Rennen - die einzige klassische Komödie in der Kategorie Bester Spielfilm. Das Holocaust-Drama "Der neunte Tag" folgt mit acht Nominierungen. Um den Hauptpreis konkurrieren außerdem "Der Wald vor lauter Bäumen" von Maren Ade sowie "Die fetten Jahre sind vorbei" von Hans Weingartner und "Agnes und seine Brüder" von Oskar Roehler.

Der Filmakademie gehören alle bisherigen Filmpreis-Gewinner sowie weitere Schauspieler, Regisseure und Produzenten an. Akademie- Präsidenten sind die Schauspielerin Senta Berger und der Produzent Günter Rohrbach. Im Vorstand sitzen unter anderem der deutsche Hollywood-Kameramann Michael Ballhaus, Regisseur Tom Tykwer und die Schauspielerinnen Meret Becker und Jasmin Tabatabai. (APA)

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    bild: deutsche filmakademie
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