Gartner-Analyst sieht Open Source als Bedrohung für Innovationen

26. Juli 2005, 12:02
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Dank freier Software könnte aber der Tag kommen, an dem Software kostenlos ist und man nur noch für Support und Weiterentwicklung zahlen muss

Bob Hayward, Vizepräsident des renommierten Marktforschungsinstituts Gartner Research (Asia) sorgt mit einer provokanten These für Aufsehen. Ihm zu folge könnet die Open Source Bewegung einen negativen Effekt auf Innovationen haben und damit den gesamten Markt schaden.

Kostenlos

Hayward zu folge könnten Entwickler entmutigt werden neuen Software zu schaffen, da bereits eine Vielzahl an Open Source Software kostenlos erhältlich sei. Dieser Trend werde dadurch bestärkt, dass zahlreiche große Softwarehäuser ihre Produkte als Open Source Software zur Verfügung stellen.

Strategische Bedeutung

Hayward betont, das viele Softwarehersteller beginnen ihre Produkte zu evaluieren, um so herauszufinden, welche Produkte von strategischer Bedeutung für das Unternehmen sind und welche Produkte mittlerweile Massenware sind.

Die Software, die nicht von strategischer Bedeutung für das Unternehmen ist oder ganz einfach kein Geld einbringe, werde dann zu Open Source Software, so der Analyst: "Das hat einen etwas paradoxen Einfluss auf den Markt. Es könnte als Bedrohung für Innovationen gesehen werden. Um sicher zu gehen, dass ein Produkt marktfähig und einzigartig ist, müssten Entwickler erst alle ähnlichen Open Source Produkte überprüfen, andererseits dürften sie auch nicht Softwareriesen wie Microsoft, IBM, Oracle oder SAP im Weg stehen".

Auch neue Möglichkeiten

Hayward betont aber auch die Möglichkeiten, die Open Source Software Entwicklern bietet. So sei es möglich bereist vorhandene Software zu verbessern, Module, Features und neue Funktionen hinzuzufügen und die Software dann weiterzuverkaufen: "Das könnte als Verbesserung oder Innovation gesehen werden".

Zweifel

Der Gartner-Analyst gibt sich skeptisch gegenüber großen Unternehmen, die ihre Software als Open Source zur Verfügung stellen: "Meistens befreien sie sich selbst von einer Last und bitten die Open Source Community, sich um das Projekt zu kümmern. Die Unternehmen gehen dabei sehr rational und pragmatisch vor. Für sie ist es gute PR und sie können es als gesellschaftliches Engagement darstellen".

Software kostenlos

Hayward zu folge zwingt die Open Source Community allerdings Softwareunternehmen die Art und Weise, wie diese ihre Produkte verkaufen, zu überdenken. So könnte die Zeit kommen, in der Kunden nichts mehr für Software bezahlen werden. "Langfristig gesehen beschleunigt Open Source die Entwicklung, dass nicht mehr Software, sondern Service die Haupteinnahmequelle sein wird. Vielleicht wird der Tag kommen, an dem Software kostenlos ist und man nur noch für Support und Weiterentwicklung zahlen muss".(red)

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