Gleneagles: Demonstranten dürfen näher kommen

6. Juli 2005, 09:40
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Sicherheitskräfte um Deeskalation bemüht: 10.600 Polizisten ohne Gummiknüppel und mit "guten Umgangsformen"

Edinburgh - So nahe heran durften die Demonstranten lange nicht mehr: Bis auf wenige hundert Meter wird sich der Protestzug am Mittwoch dem Gipfelhotel Gleneagles nähern. Zwar haben auch die britischen Gastgeber ein abgelegenes und somit gut kontrollierbares Gelände als Veranstaltungsort für das G-8-Treffen ausgewählt, doch sollen Globalisierungsgegner und andere Kritiker nicht mehr wie in den vergangenen Jahren weiträumig verbannt werden.

10.600 Polizisten im Einsatz

Die Sicherheitskräfte treibt nun die Angst vor Randale und vor Terroranschlägen um, wenn sich die Staats- und Regierungschefs der sieben großen Industrienationen und Russlands (G-8) sowie zahlreicher Schwellen- und Entwicklungsländer ab Mittwoch in Schottland treffen. Geschützt werden die Politiker zum einen von 10.000 Metallgittern, die eine zwei Meter hohe Sperre rund um das Gipfelgelände bilden. Außerdem halten sich 10.600 Polizisten unter anderem aus Wales und England bereit. Einige von ihnen waren bereits im vergangenen Jahr beim G-8-Gipfel auf der US-Insel Sea Island dabei und durften dort ihren amerikanischen Kollegen über die Schulter schauen.

Um Deeskalation bemüht

Die britische Polizei setzt auf Deeskalation: "Die Sicherheitskräfte werden normale Uniformen tragen und freundlich mit der Öffentlichkeit umgehen", versprach der Polizeichef der Region, John Vine, im Vorfeld. Am Montag allerdings gab es bereits die ersten gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizei in Kampfmontur.

Gummiknüppel und Wasserwerfer soll es möglichst nicht geben. Die traditionell unbewaffnete britische Polizei werde aber teilweise mit Schusswaffen ausgerüstet sein, hieß es im Vorfeld. Dass es die Briten bei aller Freundlichkeit ernst nehmen mit der Sicherheit, zeigen die geschätzten Kosten für das Aufgebot von umgerechnet 150 Millionen Euro. Das sind 40 Prozent mehr als im Jahr 2001 in Genua ausgegeben wurden, als die Proteste ausarteten und ein Demonstrant ums Leben kam. (APA/AFP)

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