Pressestimmen: "Der Club der Reichen ist tot"

7. Juli 2005, 08:31
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"Afrikas Bauern brauchen mehr"

Rom/Paris - Mit dem bevorstehenden G-8-Gipfel in Schottland befassen sich am Dienstag zahlreiche europäische Blätter. Die römische Zeitung La Repubblica

meint:

"Geboren vor gut 30 Jahren in Rambouillet, Frankreich. Gestorben in Gleneagles, Schottland. Todesursache: Die Aufgabe ist erfüllt. Der Club der reichen Länder, der einst zur "Regierung der Weltwirtschaft" werden wollte, hat bei der Zündung der letzten Phase der Globalisierung eine wichtige Rolle gespielt. Heute hat der Erfolg ihn überholt und macht ihn obsolet. Die Wirksamkeit des Clubs ist in Frage gestellt und ebenso sein Anspruch, nach wie vor die größten Industrieländer der Welt zu repräsentieren."

"Il Messaggero"(Rom):

"Nahrungsmittelhilfen sind nicht genug, sie schwächen die lokalen afrikanischen Märkte. Man muss vielmehr gerechtere Regeln für den Handel schaffen, die es den Bauern in Afrika gestatten, aus der Armut herauszukommen. Das ist der Kern der Botschaft, die die afrikanischen Bauern kurz vor der Eröffnung des G-8-Gipfels in Schottland den reichen Ländern übermittelt haben. (...)

Handelsreformen im Zusammenhang mit dem Kampf gegen die Armut in Afrika und dies vermutlich verbunden mit dem Thema des weltweiten Klimawandels sind die beiden Konflikte, die die acht Teilnehmerstaaten zu bewältigen haben. Eine entscheidende Vereinbarung ist dabei aber nicht vorhersehbar, vor allem wegen der unnachgiebigen Haltung von US-Präsident Bush."

Le Monde

"Die G-8-Staaten, die bereits die Schulden von 14 der ärmsten afrikanischen Länder erlassen haben, wollen ihre öffentliche Hilfe für Afrika bis 2010 auf 25 Milliarden Dollar anheben und bis 2015 verdreifachen. Allerdings gibt es zwei Hindernisse auf dem Weg der Besserung des afrikanischen Kontinents. Erstens verhindert der reiche Norden, der seine Landwirtschaft subventioniert, den Verkauf afrikanischer Produkte auf europäischen Märkten. Zweitens müssen die afrikanischen Länder selbst dringend demokratische Spielregeln einführen und auf "Gauner"-Staaten wie Simbabwe einwirken. Die Teilnehmer des Live-8-Konzerts haben mit Recht Druck gemacht - doch dieser Druck muss auch auf afrikanische Führer ausgeübt werden." (APA/dpa)

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