Fußball-WM als Herausforderung für die Netztechnik

12. Juli 2005, 10:10
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Zwei große Rechenzentren müssen, 20 Terabytes - Alle Telefongespräche übers Internet

Nach der Generalprobe im Confederations Cup bereitet die Netztechnikfirma Avaya-Tenovis den Aufbau eines umfassenden Systems für die Kommunikation zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 vor. Ein "konvergentes" Netz führt die gesamte Sprach- und Datenkommunikation des Weltverbands FIFA zusammen. "Die FIFA ist eine sehr anspruchsvolle Einrichtung und braucht ganz flexible Lösungen", sagt der Technikchef von Avaya-Tenovis, Doug Gardner.

IT-Kontrollzentrum

Für den Confed-Cup wurde im Frankfurter WM-Stadion ein IT-Kontrollzentrum eingerichtet, das die Sicherheit der Datenübertragungen innerhalb des Stadions, zu den anderen Austragungsorten und zu den mobilen Geräten der FIFA-Funktionäre überwacht hat. Ein System zur "Intrusion Detection" wachte darüber, dass keine Eindringlinge in das interne Netz vorgestoßen konnten. Das Ausmaß von versuchten Hacker-Angriffen sei etwa genauso groß gewesen wie bei anderen Netzen auch, sagte ein Techniker des Kontrollzentrums vor dem Endspiel.

Acht Terabyte

Über das von Avaya-Tenovis und der Deutschen Telekom eingerichtete Netz wurden beim Confed-Cup insgesamt acht Terabyte (rund 8.000 Gigabyte) an Daten transportiert - von der Erfassung der Tickets bis zu den Telefongesprächen der Funktionäre aus dem Stadion ins Hotel. "Das ist weit mehr, als wir erwartet haben", sagte Gardner. Aber allein die Erstellung eines Akkreditierungsausweises der FIFA sei bereits mit einer Datenmenge von 4,5 Megabyte verbunden.

Die Erwartungen

Die Vorbereitungen für den Aufbau der Kommunikationstechnik zur WM 2006 beginnen nach seinen Angaben schon in diesem Monat. Bis April 2006 sollen zwei große Rechenzentren in Nord- und Süddeutschland eingerichtet werden. Wenn eines dieser "Data Center" ausfallen sollte, springt das andere ein. Avaya-Tenovis erwartet dann ein Datenvolumen von insgesamt 20 Terabytes - weit mehr als die gesamte Informationsmenge der Kongressbibliothek in Washington, der größten Bibliothek der Welt.

Die Telefongespräche sollen 2006 ausschließlich über das Internet abgewickelt werden - die kostengünstige IP-Telefonie bildet das Hauptgeschäft von Avaya-Tenovis. Das Unternehmen entstand erst im Jahr 2000 als Ausgliederung aus dem Netztechnik-Konzern Lucent. Im November 2004 kam die deutsche Firma Tenovis hinzu, die zuvor zu Bosch gehörte und früher unter dem Namen "Telefonbau und Normalzeit" (TN) tätig war.(APA/AP)

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