Österreicher essen so viele Bioprodukte wie noch nie

8. Juli 2005, 09:23
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Preise stabil - Salzburger geben am meisten für Bio aus - Größter Zuwachs bei Eiern - Bio-Käufer deutlich jünger

Die Österreicherinnen und Österreicher essen so viele Bioprodukte wie noch nie. Insgesamt wurden in den ersten vier Monaten des heurigen Jahres 65 Mio. Euro für Frischwaren exkl. Brot aus biologischer Produktion im Handel ausgegeben. Die Preise für Bioprodukte seien gegenüber dem Vorjahreszeitraum stabil geblieben. Den größten Zuwachs gab es bei Eiern. Insgesamt gehören Bio-Käufer deutlich jüngeren Altersgruppen an, teilte die Agrarmarkt Austria (AMA) in einer Aussendung mit.

Mit rund 54 Euro pro Jahr gaben die Salzburger im Jahr 2004 von allen Bundesländern am meisten für Bio aus. Sie haben damit auch von 38 Euro Jahresausgaben im Jahr 2003 den größten Sprung nach vorne gemacht. Ähnliche Steigerungsraten wiesen auch die Steirer auf. Leichte Zuwächse verzeichnen auch die Wiener, Oberösterreicher und Tiroler. Kärnten und Niederösterreich stagnierten, Vorarlberger und Burgenländer waren Bioprodukte 2004 weniger Wert als im Vorjahreszeitraum.

Fünf Prozent des Mengen-Umsatzes mit Frische-Produkten

Der Lebensmitteleinzelhandel erwirtschaftet etwas mehr als fünf Prozent seines Mengen-Umsatzes mit Frische-Produkten exkl. Brot aus biologischer Produktionsweise. Gegenüber dem Vergleichszeitraum 2004 wird ein Mengenanstieg von rund 26.000 Tonnen auf 29.000 Tonnen ausgewiesen. Brachten im 1. Trimester 2004 Bio-Waren noch rund 55 Mio. Euro in die Kassen der Händler, so waren es heuer bereits 65 Mio. Euro.

Die Entwicklung seit 2002 zeige klar, dass sich im Frischmilchbereich die Einkaufsmengen bei rund elf Prozent eingependelt hätten und in diesem Segment kaum weitere Marktentwicklungen zu erwarten seien. Hingegen könnte bei Milchprodukten durchaus noch einiges "drinnen" sein, hieß es. Fruchtjoghurt etwa weise seit 2002 stetige Steigerungen auf. Auf niedrigem Niveau aber trotzdem ebenfalls steigend präsentiert sich Bio-Fleisch.

Kartoffel: Ansteigende Werteentwicklung

Andere Warengruppen wie etwa Käse, Wurst & Schinken oder Frischgemüse hätten sich auf ungefähr gleich bleibendem Niveau eingependelt. Auffallend sei allerdings ist die Entwicklung bei Kartoffeln. Auch wenn sich der Verbrauch von Erdäpfeln im Laufe der Jahre auf rund 8,5 Prozent eingespielt habe, so steht dem eine ständig ansteigende Wertentwicklung gegenüber.

"Eier allerdings werden allmählich die Superstars unter den Bio-Produkten, sowohl was die Menge als auch den Wert betrifft. Waren im Jahr 2002 lediglich 6,6 Prozent der Eier aus biologischer Produktion, so sind das im 1. Trimester 2005 bereits 16,5 Prozent. Dem steht eine wertmäßige Steigerung von 8,2 auf immerhin 23,7 Prozent gegenüber", betonte die AMA.

Bio-Hühner, Bio-Kartotten deutlich teurer

Der Preisunterschied zu konventionell erzeugter Ware gestaltet sich in den einzelnen Warengruppen unterschiedlich. Im Milchbereich ist die Differenz durchschnittlich am geringsten. Deutlich teurer sind hingegen Bio-Hühner, Bio-Karotten, Bio-Zwiebel oder auch Bio-Eier. Fast doppelt so teuer sind Bio-Äpfel, und Bio-Kartoffel.

Die Agrarmarktanalyse der AMA Marketing untersucht drei Mal jährlich die Haushaltsausgaben der Österreicher im Frischwarenbereich. 1.400 repräsentativ ausgewählte Familien führen dazu ein Jahr lang ein Haushaltsbuch. (APA)

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