Bankomatsprengung in Kärnten misslungen

6. Juli 2005, 08:13
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Zu wenig Gas verwendet - Vier Täter ohne Beute geflüchtet - Vierter derartiger Fall in Kärnten

Bei der vierten Bankomatsprengung seit dem 8. Dezember 2004 in Kärnten - diesmal in Kötschach Mauthen im Bezirk Hermagor - mussten die Täter erstmals ohne Beute das Weite suchen. Sie dürften zu wenig Gas verwendet haben, um den Geldautomaten zu knacken. Die Fahndung nach den vier Räubern blieb vorerst ohne Erfolg.

Knapp nach 2.00 Uhr betraten drei Männer das Foyer einer Filiale der Kärntner Sparkasse in Kötschach Mauthen. Als erstes besprühten sie die Überwachungskamera mit schwarzem Lack und setzen sie damit außer Gefecht. Damit gibt es von dem Überfall keine brauchbaren Bilder. Danach leiteten sie nach bewährtem Muster Gas in den Geldautomaten und sprengten ihn.

Schwere Schäden durch Detonation

Die Detonation richtete zwar schwere Schäden an dem Gebäude an, das Objekt der Begierde widerstand der Brachialgewalt aber, die Unbekannten mussten ohne Beute wieder abziehen. Augenzeugen berichteten, dass die drei Männer in einen schwarzen Alfa Romeo einstiegen, der vierte Mann war im Fluchtfahrzeug geblieben.

Die Täterbeschreibung durch die Zeugen ist nach Angaben der Polizei sehr vage, eine sofort eingeleitete Alarmfahndung blieb vorerst ohne Erfolg. Nach Meinung der Kriminalisten dürfte sich das Quartett längst nach Italien abgesetzt haben, wie es schon bei den bisherigen Überfällen, zuletzt am 23. April in Hermagor, der Fall gewesen war.

"Gas Protected"B

In Kärnten haben unterdessen bereits die meisten Geldinstitute auf diese neue Art des Banküberfalls reagiert. In zahlreichen Foyers in der Landeshauptstadt, aber auch außerhalb, prangen auf den Geldausgabeautomaten Schildern mit Aufschriften wie "Gas Protected" oder "Sprengung zwecklos - Farbbeutel" in mehreren Sprachen, darunter auf italienisch und serbokroatisch.

Vierter Fall

Begründet wird die Nachrüstung mit der Häufigkeit der Spreng-Anschläge in Kärnten, bedingt durch die Nähe zu Italien, wo es eine ähnliche Serie von Bankomatsprengungen gibt. Über die Kosten für die Sicherung der Bankomaten schweigen sich die Banker durchwegs aus. Auch auf die Frage, ob die Automaten tatsächlich nachgerüstet oder lediglich mit den Warn-Pickerln versehen wurden, gibt es keine Antworten.

Bei der versuchten Sprengung in Kötschach Mauthen handelt es sich um den vierten derartigen Fall in Kärnten seit dem Dezember des Vorjahres. Zudem gab es im obersteirischen Judenburg sowie in Grödig bei Salzburg zwei Fakten, die der selben - vermutlich italienischen - Bande zugerechnet werden. (APA)

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