Kommentar: Campus-Camping

8. Juli 2005, 17:54
5 Postings

Im Hof des alten AKH kampieren die Inskriptionswilligen - von RAU

Sind Universitäten, bei denen sich die Studenten um Studienplätze raufen und hunderte eine Nacht lang zur Inskription im Freien kampieren müssen, "Weltklasse-Unis"? Vom Organisatorischen ist hier nicht die Rede, sondern vom Faktum an sich. Es wird ununterbrochen von der "Wissensgesellschaft" geredet, mit der allein die Europäer die Folgen der Globalisierung bestehen werden können. Man sollte meinen, das bedeute, so massiv in Bildung und Ausbildung zu investieren wie noch nie in unserer jüngeren Geschichte. Aber: Die Studenten prügeln sich um Laborplätze, heißt es jedes Jahr.

Vor dem Rektorat kampieren die Inskriptionswilligen die Nacht über. Nun hören wir schon die Beschwichtigungspolitiker: wir haben ja eh, und das Budget und die beschränkten Mittel . . . - Das sind Ausreden. Wenn ein Land wie Österreich den Sprung zur nächsten Qualitätsstufe im internationalen Wettbewerb schaffen will, muss es seine Kräfte auf den Bildungsbereich konzentrieren (wie z. B. die Finnen). Kampierende Studenten sind ein Zeichen, dass viel zu wenig in Infrastruktur und "Software" des Uni-Bereichs investiert wurde und wird. Das ist ein strategisches Versagen. (DER STANDARD-Printausgabe,5.7.2005)

Share if you care.