Schmerzmittel Bextra bleibt vom Markt

13. Juli 2005, 14:27
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Bonn - Das Rheumamittel Bextra soll vorerst nicht wieder auf den Markt kommen. Die Europäische Arzneimittelagentur EMEA in London hat nach Angaben des Bonner Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) vom Montag empfohlen, die Zulassung des zur Gruppe der Coxibe gehörenden Medikaments zunächst für ein Jahr ruhen zu lassen. Nach Angaben des BfArM hatte der Hersteller das Mittel schon zuvor vom Markt genommen.

Die so genannten Coxibe oder COX-2-Hemmer, prominentester Vertreter ist das im Herbst 2004 vom Markt genommene Präparat Vioxx des Merck-Konzerns, sind inzwischen in den Verdacht geraten, unter Umständen tödliche Nebenwirkungen auszulösen. Sie werden für Herzinfarkte, Schlaganfälle, aber auch für lebensbedrohliche Hautkrankheiten verantwortlich gemacht.

Die starken Schmerzmittel aus der Gruppe der Coxibe werden vorwiegend bei chronischem Rheuma eingesetzt. Sie sind in Deutschland noch unter den Bezeichnungen Celebrex, Arcoxia und Dynastat im Handel. Für diese Mittel gibt es noch keine Marktrücknahmen. Die Europäische Arzneimittelagentur hat aber weiter verschärfte Warnhinweise empfohlen.

Die Mittel sollen nicht von Patienten angewendet werden, die an Durchblutungsstörungen des Herzens leiden, schon einen Herzinfarkt oder Schlaganfall hatten oder ein erhöhtes Risiko dafür haben. Warnhinweise an die verordnenden Ärzte sollten auf Risikofaktoren hinweisen wie Bluthochdruck, erhöhte Blutfettwerte, Diabetes und Rauchen. Patienten und Ärzte sollen auch vor seltenen, aber zum Teil tödlich verlaufenden Hautreaktionen auf Coxibe gewarnt werden. Auch sollten die Coxibe nur in der niedrigst wirksamen Dosis und nur so kurz wie möglich eingenommen werden.

Die Empfehlungen des EMEA müssen nach Angaben des BfArM noch von der EU-Kommission abgesegnet werden. Dann allerdings seien sie für alle Mitgliedstaaten der EU bindend.(APA/AP)

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