Wegen PDS-Kandidatur: Bildschirm­verbot für "Tatort"-Kommissar Sodann

6. Juli 2005, 18:55
10 Postings

Die ARD will Folgen mit dem Schauspieler sechs Wochen vor Bundestagswahl aus dem Programm nehmen

Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) wird in den sechs Wochen vor der vorgezogenen Bundestagswahl keinen "Tatort" mit Schauspieler Peter Sodann zeigen. Der Sender reagiere damit auf Grundlage einer allgemeinen ARD-Regelung auf die Kandidatur Sodanns als PDS-Spitzenkandidat, sagte Sprecherin Birthe Gogarten am Montag.

Prominente, die sich politisch engagierten, würden danach generell in den Wochen vor der Wahl nicht gezeigt. Eine "Tatort"-Erstausstrahlung sei in der Zeit ohnehin nicht geplant. Um die Wiederholung eines alten Krimis auszuschließen, werde das Material nicht freigegeben.

Offen ist noch, was bei einem Wahlerfolg Sodanns mit der für den 30. Oktober geplanten "Tatort"-Folge passiert. "Das ist alles noch ganz frisch und wir hatten so einen Fall noch nicht", sagte Gogarten und bestätigte einen Bericht des "Tagesspiegel". Es sei noch nicht entschieden, was mit der bereits abgedrehten Sendung oder mit geplanten Dreharbeiten für neue Folgen geschehe. Laut Gogarten ist eine Entscheidung des Sender vor der Wahl unwahrscheinlich. (APA/dpa)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    "Tatort"-Schauspieler Peter Sodann zwischen PDS-Chef Lothar Bisky (rechts) und WASG-Spitzenkandidat Oskar Lafontaine (links). Sodann wurde als PDS-Spitzenkandidat für Sachsen vorgestellt.

Share if you care.