Graz: Ausbruchsversuch zweier Häftlinge vereitelt

6. Juli 2005, 15:31
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Inhaftierte wollten mit selbst gebastelter Leiter über Mauer flüchten

Graz - Der Fluchtversuch zweier Häftlinge aus der Justizanstalt Graz-Karlau ist am Wochenende vereitelt worden. Die beiden Männer - unter ihnen dem Vernehmen nach ein bekannter "Ausbrecherkönig" - wollten mit einer selbst gebastelten Leiter über eine Mauer entkommen. Ihnen droht nun ein Ordnungsstrafverfahren.

Dass der Ausbruchsversuch erst am Montag bekannt wurde, gab Anlass zu Spekulationen. Dass dieser vertuscht werden sollte, wurde offiziell dementiert: "Was sollten wir damit bezwecken", hieß es von Seiten des Justizministeriums am Montag, "wir sind froh zu berichten, dass die Flucht nicht gelungen ist."

Beamter sah Zwischenfall am Monitor

Der Zwischenfall ereignete sich am Samstag. Am Monitor einer Überwachungskamera hatte ein Beamter gesehen, wie zwei Häftlinge - beide wegen Vermögensdelikten in Haft - mit einer Leiter über eine der Gefängnismauern flüchten wollten. Die Leiter aus Metall und Holz dürften die Insassen selbst zusammengebaut haben. Der Beamte konnte den Ausbruchsversuch verhindern.

Zur Identität der beiden Häftlinge wollte Karl Drexler, leitender Staatsanwalt in der Strafvollzugsabteilung im Justizministerium, keine Angaben machen. Er teilte lediglich mit, dass zumindest einer der beiden Männer seit geraumer Zeit immer wieder straffällig geworden sei.

Bereits "stärkere Versuche"

Zu dem gescheiterten Ausbruch meinte Drexler, dass es schon "stärkere Versuche" gegeben hätte, dieser scheine "weniger durchdacht". Zuletzt würden sich die Fälle häufen, da Häftlinge durch die mediale Berichterstattung auf die Idee kämen, es auch zu wagen, meinte Drexler.

Den beiden Insassen drohe nun ein Ordnungsstrafverfahren. "Von einem Verweis über die Entziehung von Rechten bis hin zum Hausarrest ist alles möglich", beschrieb der Staatsanwalt die Folgen für die beiden verhinderten Ausbrecher. (APA)

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