Hamas lehnt Regierungsbeteiligung vor israelischem Gaza-Abzug ab

7. Juli 2005, 10:30
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Sprecher wertet Vorschlag des Präsidenten als Versuch, Parlamentswahl hinauszuzögern

Gaza - Die radikal-islamische Terrororganisation Hamas hat das Angebot von Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas abgelehnt, sich vor dem geplanten Abzug Israels aus dem Gaza-Streifen an seiner Regierung zu beteiligen. "Zu dieser späten Zeit eine Einheitsregierung zu bilden, wäre nicht hilfreich", sagte Hamas-Sprecher Muschir al-Masri am Montag. Die Hamas habe zwar noch keine offizielle Entscheidung getroffen. Sie sehe den Vorschlag des Präsidenten jedoch als Versuch an, die Parlamentswahl hinauszuzögern. Die Hamas gilt als aussichtsreicher Kontrahent von Abbas' Fatah-Partei bei der Parlamentswahl, die nach dem für Mitte August geplanten Abzugs Israels aus dem Gaza-Streifen erwartet wird.

Kontrolle

Der Palästinenser-Präsident hatte den radikalen Gruppen am Wochenende eine Regierungsbeteiligung vorgeschlagen, um nach einem israelischen Abzug gemeinsam für Ruhe und Ordnung im Gaza-Streifen zu sorgen. Israel hat die Sorge geäußert, dass die Hamas den Küstenstreifen, in dem die Extremistengruppe sehr beliebt ist, unter ihre alleinige Kontrolle bringen könnte. Sollte die Hamas sich an der Regierung beteiligen, könnte dies auch die im Februar von Abbas und Israels Ministerpräsident Ariel Scharon ausgerufene Waffenruhe festigen. Die Gruppe hat bei Selbstmordanschlägen zahlreiche Israelis getötet.

Allerdings hat auch der terroristische Islamische Jihad den Vorschlag bereits abgelehnt. Israel hat das Angebot von Abbas an die radikalen Gruppen scharf verurteilt und beharrt auf seiner Forderung, die Extremisten zu entwaffnen. (Reuters/red)

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