Neuer Musikfonds: Moraks will hörbaren musikalischer "Output"

9. Juli 2005, 20:35
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Ausschüttung von 600.000 Euro jährlich für "professionelle" heimische Musik - Vorerst auf zwei Jahre angelegt, danach Evaluierung

Wien - Frisches Geld für frische Musik made in Austria stellen Bund, Branchenverbände und Verwertungsgesellschaften mit dem neuen "Österreichischen Musikfonds" zur Verfügung, der am Montag offiziell präsentiert wurde. Förderansuchen sind ab sofort bis 2. September möglich, 600.000 Euro stehen jährlich zur Verfügung. Kunststaatssekretär Franz Morak (V) sprach bei der Präsentation von einem vorerst auf zwei Jahre angelegten "Feldversuch", danach soll evaluiert werden. "Wir wollen einen Output, den man hört", so Morak - und der auch internationales Potenzial habe.

Morak: "Ich gebe aber zu, dass mir die Popmusik sehr am Herzen liegt"

Ziel des Musikfonds ist die "Förderung professioneller österreichischer Musikproduktionen". Die Förderung stehe "allen musikschaffenden Urhebern, Interpreten, Musikproduzenten, Musikverlagen und Labels offen", wurde am Montag unterstrichen. "Ich gebe aber zu, dass mir die Popmusik sehr am Herzen liegt", sagte Morak, einst selbst als Rockmusiker aktiv. Unterstützt werden nur Alben, keine Singles: "Wir wollen damit betonen, dass es darum geht, Künstler aufzubauen", so Tomandl.

Maximale Fördersumme von 50.000 Euro pro Projekt

Gefördert werden 50 Prozent der Kosten einer Musikproduktion bei einer maximalen Fördersumme von 50.000 Euro pro Projekt. Über die Vergabe entscheidet eine unabhängige Jury, deren Entscheidungen bindend sind, wurde betont. Darin vertreten sind Felicitas Hager (go tv), Christian Kolonovits, Peter Kranner (Publicis), Markus Lidauer (austromechana/SKE), Bernd Regelshausen (RS-Künstlermanagement) sowie Wolfgang Schlögl (Musiker und Produzent, "Sofa Surfers", "I-Wolf"). Ersatzmitglieder sind Lisa Ulrich ("Xpress"), Klaus Waldeck (Musiker, Produzent) und Andy Zahradnik (music control). Geschäftsführer des neu gegründeten "Vereins Österreichische Musikförderung" ist Harry Fuchs, designierter Obmann Georg Tomandl (Sunshine Enterprises).

Hoffnung, wirtschaftliches Risiko bei Plattenproduktionen zu mindern

Morak verlieh seiner Hoffnung Ausdruck, der neue Fonds möge das wirtschaftliche Risiko bei Plattenproduktionen mindern. Nur zehn Prozent der heimischen Produktionen erreichten den Break-Even, nur fünf Prozent seien "Seller". Und nur fünf Prozent des gesamten österreichischen Musikmarktes werde von heimischen Produktionen bespielt.

Grüner Kultursprecher: "Positives Signal", aber...

Lobende Worte für den Musikfonds kamen am Montag von den Grünen: Kultursprecher Wolfgang Zinggl sah ein "positives Signal für die österreichische Musikszene". Er kritisierte allerdings, dass "ein Fonds zur wirtschaftlichen Förderung von Musikproduktion allerdings ohne jede Finanzierung durch das Bundesministerium für Wirtschaft zu Stande kommt". (APA)

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