Ausschüttung von 600.000 Euro jährlich für "professionelle" heimische Musik - Vorerst auf zwei Jahre angelegt, danach Evaluierung
Wien - Frisches Geld für frische Musik made in Austria
stellen Bund, Branchenverbände und Verwertungsgesellschaften mit dem
neuen "Österreichischen Musikfonds" zur Verfügung, der am Montag
offiziell präsentiert wurde. Förderansuchen sind ab sofort bis 2.
September möglich, 600.000 Euro stehen jährlich zur Verfügung.
Kunststaatssekretär Franz Morak (V) sprach bei der Präsentation von
einem vorerst auf zwei Jahre angelegten "Feldversuch", danach soll
evaluiert werden. "Wir wollen einen Output, den man hört", so Morak -
und der auch internationales Potenzial habe.
Morak: "Ich gebe aber zu, dass mir die Popmusik sehr am Herzen liegt"
Ziel des Musikfonds ist die "Förderung professioneller
österreichischer Musikproduktionen". Die Förderung stehe "allen
musikschaffenden Urhebern, Interpreten, Musikproduzenten,
Musikverlagen und Labels offen", wurde am Montag unterstrichen. "Ich
gebe aber zu, dass mir die Popmusik sehr am Herzen liegt", sagte
Morak, einst selbst als Rockmusiker aktiv. Unterstützt werden nur
Alben, keine Singles: "Wir wollen damit betonen, dass es darum geht,
Künstler aufzubauen", so Tomandl.
Maximale Fördersumme von 50.000 Euro pro Projekt
Gefördert werden 50 Prozent der Kosten einer Musikproduktion bei
einer maximalen Fördersumme von 50.000 Euro pro Projekt. Über die
Vergabe entscheidet eine unabhängige Jury, deren Entscheidungen
bindend sind, wurde betont. Darin vertreten sind Felicitas Hager (go
tv), Christian Kolonovits, Peter Kranner (Publicis), Markus Lidauer
(austromechana/SKE), Bernd Regelshausen (RS-Künstlermanagement) sowie
Wolfgang Schlögl (Musiker und Produzent, "Sofa Surfers", "I-Wolf").
Ersatzmitglieder sind Lisa Ulrich ("Xpress"), Klaus Waldeck (Musiker,
Produzent) und Andy Zahradnik (music control). Geschäftsführer des
neu gegründeten "Vereins Österreichische Musikförderung" ist Harry
Fuchs, designierter Obmann Georg Tomandl (Sunshine Enterprises).
Hoffnung, wirtschaftliches Risiko bei Plattenproduktionen zu mindern
Morak verlieh seiner Hoffnung Ausdruck, der neue Fonds möge das
wirtschaftliche Risiko bei Plattenproduktionen mindern. Nur zehn
Prozent der heimischen Produktionen erreichten den Break-Even, nur
fünf Prozent seien "Seller". Und nur fünf Prozent des gesamten
österreichischen Musikmarktes werde von heimischen Produktionen
bespielt.
Grüner Kultursprecher: "Positives Signal", aber...
Lobende Worte für den Musikfonds kamen am Montag von den Grünen:
Kultursprecher Wolfgang Zinggl sah ein "positives Signal für die
österreichische Musikszene". Er kritisierte allerdings, dass "ein
Fonds zur wirtschaftlichen Förderung von Musikproduktion allerdings
ohne jede Finanzierung durch das Bundesministerium für Wirtschaft zu
Stande kommt". (APA)