Britische Zeitung schlägt Geldof für Friedensnobelpreis vor

4. Juli 2005, 12:53
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"The Sun" begründet: "Mit Entschlossenheit, Energie, Weitsicht und moralischen Courage zwei Mal dauerhaft das Gewissen der Welt geweckt"

London - Nach den weltweiten Live-8-Konzerten hat die britische Zeitung "The Sun" am Montag den Organisator Bob Geldof (50) für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen. "Mit seiner Entschlossenheit, seiner Energie, seiner Weitsicht und seiner moralischen Courage hat er zwei Mal dauerhaft das Gewissen der Welt geweckt", begründete das Blatt seinen Aufruf. Mit den Konzerten am Samstag sollten die Industrienationen gedrängt werden, beim G8-Gipfel diese Woche in Schottland Maßnahmen gegen das Elend in der Dritten Welt zu ergreifen.

"Vielen Dank, Sir Bob"

Zwei Jahrzehnte nach dem ersten von Geldof initiierten Hilfskonzert sehe es danach aus, dass er ein für alle Mal Armut in die Vergangenheit verbannt habe, schreibt das Blatt. "1979 hat Mutter Teresa den Friedensnobelpreis für ihren Kampf gegen Armut und Elend in der Welt gewonnen. Welch besseren Preisträger könnte es bei der nächsten Verleihung des Preises geben." Geldof habe es nicht auf Ruhm und Anerkennung abgesehen. Aber mit der Zuerkennung dieses Preises könnte die Welt erklären: "Vielen Dank, Sir Bob".

Bei den Konzerten am Samstag haben nach einer Auflistung der Zeitung "The Times" 170 Rock- und Pop-Stars in zehn Städten auf vier Kontinenten 50 Stunden lang Musik geboten. Etwa 140 Fernseh- und 400 Rundfunkanstalten übertrugen das weltweite Ereignis. Schätzungen zufolge besuchten insgesamt rund zwei Millionen Menschen die kostenlosen Konzerte.

Britischer Finanzminister: "Macht der öffentlichen Meinung verändert Haltung der führenden Politiker der Welt"

"Die Macht der öffentlichen Meinung verändert Stimmung und Haltung der führenden Politiker der Welt", sagte der britische Finanzminister Gordon Brown am Montag in einem Rückblick auf die Konzerte. Dies werde beim G8-Treffen (6.-8. Juli) in Gleneagles deutlich werden, meinte er. Der Schuldenerlass für die ärmsten Länder sei bereits vereinbart worden, ebenso wie die Verdoppelung der Entwicklungshilfe, die Europa für den Bau von Schulen und Krankenhäusern insbesondere in Afrika bereitstellt. "In den nächsten Tagen wird man sehen, ob wir noch weiter gehen können", kündigte Brown im britischen Fernsehen an. (APA/dpa)

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