OeNB: Finanzmarkt ist gesund und stabil

4. Juli 2005, 16:19
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Bessere Finanzposition von Unternehmen und Haushalten - "Eher gedämpfte Aussichten für Konjunktur"

Wien - Das österreichische Finanzsystem ist seit Anfang 2004 krisenfester geworden, stellt die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) in ihrem aktuellen Finanzmarktstabilitätsbericht fest.

Die Gewinne österreichischer Banken seien kräftig gestiegen, "ihre Ausstattung mit Eigenmitteln ist komfortabel", erklärte OeNB-Direktor Josef Christl am Montag bei der Präsentation des Berichts.

"Eher gedämpfte" Konjunkturaussichten

Die Aussichten für die weitere Konjunkturentwicklung sind laut OeNB allerdings "eher gedämpft".

Günstig sei die Entwicklung für Unternehmen und private Haushalte verlaufen: Der Unternehmenssektor hat 2004 seine Gewinne um 5 Prozent gesteigert. Damit habe er seine Bilanzstruktur und Bonität verbessert und zum anderen sein Innenfinanzierungspotenzial erhöht.

Die privaten Haushalte erzielten 2004 Kursgewinne im Ausmaß von 3,5 Mrd. Euro. Sie hätten ihre Anlagestrategie an das günstige Finanzmarktumfeld angepasst und verstärkt in Kapitalmarktinstrumente veranlagt, stellte die OeNB fest. So habe sich der Anteil der Wertpapiere - Aktien, Investmentzertifikate, Anleihen - an der Geldvermögensbildung auf 35 Prozent verdoppelt.

Banken mit mehr Gewinnen

Österreichische Banken konnten ihre Gewinne im Jahr 2004 weiter verbessern. Ein großer Teil des Gewinnwachstums stammte aus dem erfolgreichen Engagement in Mittel- und Osteuropa (CEE), wo die Töchter der Austro-Banken ihren Gesamtmarktanteil auf mittlerweile gut 22 Prozent steigerten.

Im Österreich-Geschäft wiesen die Institute dagegen eine weiter geringe Rentabilität auf. "Für die österreichischen Banken besteht damit weiterhin die Notwendigkeit, ihre Ertragskraft insbesondere auf dem Inlandsmarkt zu stärken und sich nicht nur auf die Gewinne auf den zentral- und osteuropäischen Märkten zu verlassen", forderte Christl.

Risikofaktoren Weltwirtschaft und Ölpreis

Potenzielle Risikofaktoren für die Finanzmarktstabilität in Österreich stellen laut Christl die anhaltenden Ungleichgewichte in der Weltwirtschaft und die weitere Entwicklung der Erdölpreise dar.

Für die heimischen Banken sei die hohe Abhängigkeit der Bankerträge von ihren Töchtern in Osteuropa ein potenzielles Risiko. "Das Osteuropageschäft wird nicht immer in diesem Ausmaß möglich sein", so Christl.(APA)

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