Minister Pröll: Skepsis angesichts der Bush-Vorschläge

29. Juli 2005, 20:35
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Mit Europa gleichziehen anstelle plakativer Vorschläge lautet die Reaktion von Landwirtschaftsminister Pröll auf Bush' Vorschläge zur EU-Agrarbeihilfe

Wien - Aus Skepsis ist der Vorschlag der USA in Österreich gestoßen, wonach Europa und die USA ihre Subventionen für die Landwirtschaft abbauen sollten. "Ich habe ernste Zweifel daran, dass dieser Vorschlag wirklich ernst gemeint und nicht lediglich ein taktisches Manöver ist", kommentierte Landwirtschaftsminister Josef Pröll (V) am Montag Meldungen im Vorfeld des G-8-Treffens, wonach US-Präsident George W. Bush die Subventionen für die eigene Landwirtschaft einstellen würde, wenn die Europäische Union ihrerseits auf das Beihilfensystem im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik verzichten.

"Während wir in Europa mit der Agrarreform erhebliche Vorleistungen zum Abbau von Wettbewerbsverzerrungen erbracht haben, hat die Regierung Bush massiv auf produktbezogene und handelsverzerrende Unterstützungen für die amerikanischen Farmer gesetzt", begründet Pröll seine Zweifel. Zuerst einmal seien die Vereinigten Staaten gefordert, mit Europa gleichzuziehen, ehe so plakative Vorschläge in die Diskussion geworfen würden, so der Minister abschließend.

Bush hat die Europäische Union zur Abschaffung ihrer Agrarsubventionen aufgefordert. Seine Regierung sei "entschlossen", die Subventionen in Abstimmung mit der EU zurückzufahren, sagte Bush in einem Interview mit dem britischen Fernsehsender ITV, das am Montagabend ausgestrahlt werden soll. Mit Blick auf den am Mittwoch beginnenden G8-Gipfel in Schottland trat Bush für eine Öffnung der westlichen Märkte für landwirtschaftliche Produkte aus Afrika ein. Damit würde den afrikanischen Ländern so geholfen, dass sie keine Hilfsgelder mehr brauchten. (APA)

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    foto: standard/fischer
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