Unfallursache dürfte frühestens in einer Woche geklärt sein

5. Juli 2005, 12:24
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Ein Zeuge noch nicht vernehmungsfähig - Auswertung des Sprachenspeichers, Fahrtenschreibers und der Aufzeichnungen

Salzburg - Mit einem Ergebnis über die Ursache des Zugunglücks in Bramberg im Salzburger Pinzgau, bei dem am Samstag zwei Menschen getötet und 34 zum Teil schwer verletzt worden waren, dürfte frühestens in einer Woche gerechnet werden, teilte die Polizei Montagnachmittag mit. Derzeit finden umfangreiche technische Untersuchungen statt.

Mit einem Abschluss der technischen Untersuchungen sei in den nächsten zwei bis drei Tagen zu rechnen, hieß es am Montag. Zusätzlich zu diesen technischen Untersuchungen sind auch noch einige Einvernahmen notwendig. Da einer der wichtigsten Zeugen derzeit noch nicht vernehmungsfähig ist, kann mit einem vorläufigen Ergebnis der Ermittlungen frühestens in einer Woche gerechnet werden, so die Polizei.

Aufzeichnungen auswerten

Die Kommission, der Vertreter des Verkehrsministeriums, des Landeskriminalamtes sowie der Österreichischen Bundesbahnen angehören, werde prioritär die sichergestellten Aufzeichnungen auswerten, aus der vielleicht schon Rückschlüsse gezogen werden können, so Gfrerer. Darunter zählen der Sprachenspeicher, der den Funkverkehr zwischen den Lokführern und dem Fahrdienstleiter in Zell am See aufgezeichnet hat, der Fahrtenschreiber, der aber bloß Auskunft über die Fahrgeschwindigkeit gibt, sowie die schriftlichen Notizen, die über den jeweils freigegebenen Streckenabschnitt gemacht werden mussten.

Eingleisiger Nebenbahn-Betrieb

Diese Aufzeichnungen sind deshalb so wichtig, weil auf der Strecke der eingleisigen Pinzgaubahn so genannter vereinfachter Nebenbahn-Betrieb herrscht. Das heißt, der Lokführer erhält vom Fahrdienstleiter jeweils für den nächsten Abschnitt die Freigabe per Funk. Diese Freigabe wird von beiden schriftlich vermerkt. Licht-Signalanlagen gibt es auf der Strecke keine. Alle paar Kilometer befinden sich zweigleisige Ausweichstellen, wo entgegenkommende Züge aneinander vorbeifahren können. Zusätzlich wird der Lokführer normalerweise via GPS gewarnt, wenn er weiter fährt, als die Strecke freigegeben ist. (APA)

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