Tschechien: Sexarbeit soll offizielles Gewerbe werden

4. Juli 2005, 11:13
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Regulierungsentwurf sieht Steuerpflicht und Gesundheitskontrollen vor

Prag - Tschechien will künftig Prostitution als offizielles Gewerbe regeln. Innenminister Frantisek Bublan werde der Regierung in Kürze einen diesbezüglichen Gesetzesentwurf vorlegen, berichtete die Prager Zeitung "Mlada fronta Dnes" (Montag-Ausgabe).

Demnach brauchen Frauen und Männer, die mit Sexarbeit Geld verdienen, künftig eine amtliche Genehmigung und müssen Steuern zahlen. Darüber hinaus sollen sie sich künftig regelmäßigen Gesundheitskontrollen unterziehen. Verstöße sollen mit Geldbußen bestraft werden. Offiziellen Schätzungen zufolge sind in Tschechien derzeit 25.000 Prostituierte aktiv.

Sextourismus

Laut einer Statistik der tschechischen Regierungsagentur für Tourismus (Czechtourism) aus dem Vorjahr kommt ungefähr jeder zehnte ausländische Tourist nur wegen des billigen Alkohols und/oder wegen der billigen Prostituierten in die Hauptstadt Prag. Insgesamt waren dies im Jahr 2003 demnach 700.000 Personen. Prag sei für derartige Touristen auch deshalb populär, weil die Prostituierten ihre Dienstleistungen direkt im Stadtzentrum anböten, hieß es damals. Darüber hinaus verteilten junge Männer in den Abendstunden auf den Straßen Flugzettel, die zum Besuch von Erotik-Clubs einladen. (APA/dpa)

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