Taiwan baut eigene Marschflugkörpern

6. Juli 2005, 12:30
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Cruise missile soll laut Pressemeldung Shanghai erreichen können - China will seine Seegrenzen erweitern

Taipeh - Taiwan hat nach einem Medienbericht einen selbst gebauten Marschflugkörper entwickelt und will demnächst mit der Produktion im größeren Umfang beginnen. Die "Cruise missile" könne die chinesische Hafenmetropole Shanghai erreichen, berichtete die Zeitung "Liberty Times" am Montag unter Berufung auf taiwanesische Militärkreise. Die bisherige Reichweite der "Hsiungfeng-2E" solle demnächst von 600 auf 1000 Kilometer verbessert werden.

Ein Problem bei der Entwicklung der Marschflugkörper sei, dass die USA Taiwan nicht gestatteten, ihr militärisches Satellitennavigationssystem GPS zu benutzen, das viel genauer als das kommerzielle System ist. Der taiwanesische Marschflugkörper kann laut dem Bericht einen 200 Kilogramm schweren Sprengkopf transportieren.

Asiatischer Rüstungswettlauf

Der Volkskongress in Peking hatte im März ein "Antisezessionsgesetz" verabschiedet, das den Einsatz militärischer Gewalt gegen die Insel für den Fall einer Unabhängigkeitserklärung ermöglicht. Die Modernisierung der chinesischen Streitkräfte hat in ganz Asien zu einem Rüstungswettlauf geführt. Vor allem die südostasiatischen Länder fühlen sich bedroht. Der Streit um die Abgrenzung der Territorialgewässer und die Nutzungsrechte der maritimen Bodenschätze hat sich in den vergangenen Jahren kontinuierlich verschärft. Das Konfliktpotenzial ist angesichts der wirtschaftlichen Aspekte beträchtlich. Peking, das sich nicht an UNO-Beschlüsse zum Raketen-Exportverbot und zur Nichtweiterverbreitung von Atomtechnologie hält, könnte sich nach Einschätzung westlicher Experten in der Lage sehen, ein umfassendes Aufrüstungsprogramm einzuleiten.

China will seine Seegrenzen erweitern

Die Volksrepublik China hat unter Berufung auf die UNO-Seerechtskonvention beschlossen, seine Seegrenzen auszudehnen. Peking beansprucht Inselgruppen wie die Spratlys oder die Paracel-Inseln, die teilweise bis zu 2000 Kilometer von ihrer Südküste entfernt sind. Mit der Errichtung militärischer Stützpunkte verstieß Peking gegen die Prinzipiendeklaration von Manila aus dem Jahr 1992 über die friedliche Streitbeilegung im Südchinesischen Meer. Das chinesische Verhalten hat Beunruhigung und Misstrauen bei den ASEAN-Staaten hervorgerufen. Mit Japan gibt es die Kontroverse um die Inselgruppe Senkaku (Diaoyu) im Ostchinesischen Meer. (APA/dpa)

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