Graz: Uni-Rat stimmte Entlassung nicht zu

13. Juli 2005, 15:11
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Kanzler Walland: "Alle Vorwürfe gegen mich waren falsch und haltlos" - Weiteres Procedere noch nicht klar: "Bin dienstbereit"

Graz - Eine überraschende Wendung gab es am Freitag im Fall des suspendierten Kanzlers der Grazer Medizin-Uni, Gerald Walland: "Der Universitätsrat hat in der heutigen Sitzung über den Antrag des Rektorats auf Entlassung von Walland nicht zugestimmt, da keine Entlassungsgründe vorlagen", teilte der Unirat in einer Aussendung mit. Man sei an einer Auflösung des Dienstverhältnisses nicht interessiert.

"Überrascht"

Walland betonte in einer ersten Stellungnahme gegenüber der APA: "Ich bin wirklich überrascht. Wie es nun weitergehen soll, werde ich hoffentlich nach dem Ende der Sitzung erfahren."

Walland war gegen Ende Juni als Kanzler der Med-Uni vom Dienst freigestellt worden, weil er Geschäftsführer einer Firma sein soll, die einen Auftrag der Uni bekommen habe und dies einen Auflösungsgrund des Dienstverhältnisses darstelle. Dass so ein Grund nun doch nicht vorliege, sei ihm so vom Unirat-Vorsitzenden Franz Marhold am Nachmittag mitgeteilt worden.

"Gezielte Intrige"

Walland: "Ich lege gesteigerten Wert auf die Feststellung, dass alle Vorwürfe gegen mich haltlos, falsch und eine gezielt gesetzte Intrige waren. Ich bin dienstfähig, dienstwillig und dienstbereit." Was der Beschluss des Unirates im Weiteren bedeute, das werde er hoffentlich bald erfahren, sagte Walland.

Walland hatte die Vorwürfe in einer früheren Stellungnahme bereits "als schlichtweg falsch" bezeichnet. Es gebe es in seinem Dienstvertrag eine Klausel, die ihn berechtige, seine Geschäftsführerfunktion während der Zeit als Kanzler weiterzuführen. Dieser Vertrag sei vom Rektor unterschrieben. Er selbst habe nie eine Firma im Namen der Universität beauftragt, "sondern wenn, hat das immer der Rektor gemacht", hatte Walland Ende Juni der APA erklärt. Walland ist seit dem 1. Oktober 2003 ein Teil des aus fünf Personen bestehenden Rektorates der Medizinischen Universität. (APA)

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    foto: standard/corn
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