Zwei vermisste US-Soldaten sind tot

8. Juli 2005, 16:25
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Drittes Mitglied der Eliteeinheit SEALS gerettet, ein Mann weiter vermisst - US-Truppen töten 17 Zivilisten bei Luftangriff

Kabul - Zwei Soldaten eines US-Spähtrupps, der seit einigen Tagen in der afghanischen Unruheprovinz Kunar vermisst wird, sind einem Medienbericht zufolge tot. Einer ihrer Kameraden wurde am Samstag gerettet, das Schicksal eines vierten Soldaten war den Angaben zufolge weiterhin unklar. Die vier Soldaten waren im Einsatz gegen Al-Kaida-Kämpfer.

Mutmaßliche Taliban-Rebellen hatten am Dienstag einen US-Militärhubschrauber in der Unruheprovinz Kunar abgeschossen, der den Spähtrupp abholen sollte. Dabei waren 16 US-Soldaten getötet worden. Die Provinz Kunar an der Grenze zu Pakistan gilt als eine Hochburg der Taliban. In der Region wird auch Al-Kaida-Chef Osama bin Laden vermutet.

Zivilisten getötet

Die US-Luftwaffe tötete nach eigenen Angaben bei einem Angriff auf ein Rebellenversteck im Osten Afghanistans mehrere Zivilisten. "Die Koalitionstruppen bedauern den Verlust unschuldiger Leben zutiefst", hieß es in einer Mitteilung der US-Armee am Montag. Nach Angaben des Gouverneurs der Provinz Kunar, Assadullah Wafa, wurden bei dem Angriff auf das Dorf Shishal am vergangenen Freitag mindestens 17 Zivilisten getötet, unter ihnen mehrere Frauen und Kinder. Der Angriff sei geflogen worden, als die US-Armee auf der Suche nach den vier vermissten Soldaten gewesen sei.

Afghanische Regierung protestiert

Die afghanische Regierung hat am Dienstag den Tod von 17 Zivilisten bei einem US-Luftangriff verurteilt.

Präsident Hamid Karzai sei sehr betrübt, sagte sein Sprecher Jawed Ludin. "Der Tod von Zivilisten kann unter keinen Umständen gerechtfertigt werden", sagte Ludin. "Wir kämpfen gegen Terroristen. Da darf unser Volk nicht leiden." Der Gouverneur der Provinz Kunar, Asadullah Wafa, sagte, US-Flugzeuge hätten zuerst mit einer Bombe ein Haus in dem betroffenen Dorf zerstört. Als die Bewohner gekommen seien, um sich den Schaden anzusehen, sei eine zweite Bombe eingeschlagen. Dabei seien 17 Dorfbewohner getötet worden. Ob es bei dem ersten Bombenabwurf Opfer gab, war nicht bekannt.

Die US-Streitkräfte bestätigten den Angriff. Ziel sei der Stützpunkt eines Terroristenführers gewesen, hieß es. Dabei sei eine noch unbekannte Zahl von Terroristen und Zivilpersonen ums Leben gekommen. Die US-Streitkräfte bedauerten den Tod von Zivilpersonen, betonten aber, wenn feindliche Kämpfer ihre Familien an Einsatzorte brächten, "gefährden sie diese unschuldigen Zivilpersonen".

Journalisten verhaftet

Unterdessen wurden nach Angaben einer afghanischen Journalistenvereinigung vier einheimische Mitarbeiter westlicher Medien in der Region Kunar festgenommen. Zwei Mitarbeiter von Radio Free Europe und zwei Mitarbeiter einer westlichen Nachrichtenagentur seien von "örtlichen Sicherheitsbehörden" in Gewahrsam genommen worden, gab die Vereinigung unabhängiger Journalisten in Afghanistan (AIJA) bekannt. Mindestens einer der Radio-Mitarbeiter sei in das Dorf gefahren, in dem die 17 Zivilisten getötet worden seien. Der nationale Sicherheitsrat des Landes habe zugesagt, die Vorfälle zu überprüfen. (APA)

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