RZB-Marktausblick: Berichtssaison im Fokus

6. Juli 2005, 14:59
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Ein Kommentar von Raiffeisen Research

In den USA rückten in der abgelaufenen Woche makroökonomische Daten in den Mittelpunkt. So erhöhte die US-Notenbank die Zinsen zum neunten Mal in Folge um 25 BP. Die US-Aktienmärkte reagierten verhalten negativ, da einige Marktteilnehmer in einem Umfeld von schwächer werdenden Gewinnwachstumsraten bereits mit einem Hinweis auf ein baldiges Ende im Zinserhöhungszyklus gerechnet hatten. Wir glauben, dass der Markt relativ gut mit weiteren maßvollen Zinsschritten leben kann und dass die anstehende Berichtssaison die kurz- und mittelfristige Richtung an den US-Börsen vorgeben wird. Hier erwarten wir einmal mehr, dass es den Unternehmen gelingt, die moderaten Vorgaben zu erfüllen. Demnach bleiben wir bei unserer "Kauf"- Empfehlung.

Gelassenheit in Europa

Die europäischen Märkte nahmen die jüngste Zinsanhebung der amerikanischen Notenbank sehr gelassen zur Kenntnis. Die Investoren scheinen sich aktuell mit dem Tempo der Zinserhöhungen ganz gut angefreundet zu haben. So lange das Wachstum in den USA weiter robust bleibt dürfte das Zinsthema die Märkte nur vorübergehend belasten. Für zusätzliche Entlastung sorgt der schwächere Euro. Während also zuletzt vor allem "Makro-Themen" im Vordergrund standen, liegt der Fokus der Anleger in den nächsten Wochen ganz auf der bevorstehenden Berichtssaison für das zweite Quartal.

Die Vor- Berichtssaison verlief bis dato sehr ruhig und so sind aktuell kaum Anzeichen auszumachen, dass der Gewinnzyklus schon in diesem Quartal seinen Wendepunkt erreichen sollte (mit negativen Gewinnüberraschungen). Wir gehen daher von einer erneut mehrheitlich freundlichen Berichtssaison aus und erwarten für die zweite Jahreshälfte moderat steigende Aktienkurse.

Nikkei auf 11-Wochen-Hoch

In Japan schloss der Nikkei in der vergangenen Woche auf einem 11-Wochen-Hoch, nachdem der Tankan-Bericht der japanischen Notenbank Optimismus im Markt verbreitete. Der Bericht unterstrich die gestiegene Zuversicht unter den japanischen Unternehmen. Zusätzliche Unterstützung kam vom zuletzt schwächeren Yen, der die japanischen Produkte konkurrenzfähiger erscheinen lässt. Wir schätzen die Wahrscheinlichkeit, dass der Aufschwung in Japan diesmal von Nachhaltigkeit geprägt ist, für sehr hoch ein. In diesem Umfeld sollte es japanischen Unternehmen dann auch möglich sein, ihre Effizienz signifikant zu steigern und die Gewinnmargen zu verbessern. Dementsprechend halten wir an unserer "Kauf"-Empfehlung fest.

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