Europa: Leicht höhere Kurse

6. Juli 2005, 14:59
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Ein Kommentar von Alihan Karadagoglu und Jürgen Ulamec aus dem Equity Weekly der Erste Bank

Aufgrund der dünnen Nachrichtenlage bewegten sich die europäischen Märkte in der abgelaufenen Woche im Fahrwasser einer leichten Ölpreisabschwächung. Im Vergleich zur Vorwoche schlossen DAX und DJ EuroStoxx wieder etwas fester. Die seit Jahresbeginn underperformenden Telekomtitel rückten wieder in den Fokus der Anleger, nachdem France Telecom (+6%) Ziele für das Gesamtjahr bestätigt hat und die Dividendenzahlung mehr als verdoppelen wird.

Positiv aufgenommen wurde auch die Bekanntgabe der Übernahme vom Mobilfunkbetreiber Telfort durch den niederländischen Telekomkonzern KPN (+5%). Nicht so erfreulich war die Kursentwicklung für den Handy-Hersteller Nokia, nachdem die Aktie angesichts verschärfter Konkurrenz herabgestuft wurde. Des weiteren notierte die Siemens-Aktie nach Aussagen von Vorstandschef Kleinfeld im negativen Terrain. Die umsatzstarke Netzwerk- und Kommunikationssparte bleibe hinter den Vorgaben. Zusätzlich gab auch der weltgrößte Transformatorenproduzenten ABB eine Gewinnwarnung. Dagegen legte der Softwareentwickler SAP nach guten Geschäftszahlen des US-Rivalen Oracle kräftig zu.

Die volatile Entwicklung des Ölpreises spiegelte sich auch in den Kursen der Öltitel wider. Gefragt waren weiterhin die defensiven Versorgertitel unter anderem Endesa und RWE. Auslöser waren hierfür positive Analystenmeinungen zu Gewinnwachstum angesichts erwarteten Anstiegs der Energiepreise. Der größte Verlierer unter den europäischen Werten war Altana (-12%), nachdem das Pharmaunternehmen die Zusammenarbeit mit Pfizer bei der Entwicklung des Atemwegsmedikamentes Daxas für beendet angekündigt hatte.

Auf Konjunkturseite reflektierte der Anstieg des Ifo-Index im Juni ein Anzeichen der Erholung der deutschen Konjunktur, ob dies für einen echter Stimmungsumschwung ausreichen wird, bleibt abzuwarten.

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