Kuh-Attacke auf der Alm: Sechs Verletzte

5. Juli 2005, 14:10
24 Postings

Familienwanderung nahm jähes Ende: Drei Personen schwer verletzt

Salzburg – Kühe auf der Weide gehören zur intakten Natur, mit der viele heimische Fremdenverkehrsorte Sommerwerbung machen. Doch für eine zehnköpfige Familie aus Bayern wurde die Almenidylle in der Salzburger Hinterglemm Sonntagnachmittag zum Alptraum: Beim Wandern auf dem Zwölferkogel wurde die Gruppe von einer Kuhherde attackiert. Drei Personen, darunter ein siebenjähriges Kind, erlitten schwer Verletzungen, teilt die Polizei Montag mit.

Herzattacke

Ein weiteres Familienmitglied erlitt eine Herzattacke, zwei weitere Personen stürzten, während sie vor den Tieren flohen, und verletzten sich ebenfalls. Alle Verletzten werden im Krankenhaus Zell am See behandelt. Der Durchgang durch die Weide bleibt bis auf weiteres gesperrt. Was die rund 40 Kühe aggressiv gemacht hatte, war zunächst unklar. Möglich, dass die Kühe ihre Kälber schützen wollten, hieß es.

Kuh-Attacken auf Wanderer sind selten, kommen aber immer wieder vor. In Maria Alm griffen Wiederkäuer vor zwei Jahren ein deutsches Ehepaar an und verletzten eine Frau schwer, 2001 wurde im obersteirischen Murau ein 59- Jähriger beinahe niedergetrampelt. In beiden Fällen dürften Hunde die Rinder nervös gemacht haben.

„Wie alle Tiere haben auch Kühe ihr Revier“, sagt Karl Seiberl, Veterinärmediziner aus Windischgarsten. Rinder auf der Weide seien weniger an Menschen gewohnt als Stallkühe, die jeden Tag gemolken werden. „Im Normalfall sind Kühe friedlich“, betont Seiberl, aber keinesfalls Streicheltiere. Eine ausgewachsene Kuh wiege immerhin 600 Kilo. „Wenn schon durch ein Weide, dann mit Respekt, aber auch keine Furcht vor den Kühen zeigen“, rät der Tierarzt. (simo, DER STANDARD Printausgabe, 05.07.2005)

Share if you care.