Parlamentswahl als Zeichen der Hoffnung

5. Juli 2005, 12:23
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Entscheidend für Präsidentschaftswahl im August - Frühere Hutu-Rebellengruppe am aussichtsreichsten - Einschüchterungen im Nordwesten

Bujumbura - In einem hoffnungsvollen Schritt zur Überwindung eines elfjährigen Bürgerkriegs ist am Montag in Burundi ein neues Parlament gewählt worden. Die 6.007 Wahllokale schlossen um 18.00 Uhr; 3,2 Millionen Bürger waren wahlberechtigt. Probleme wurden zunächst nur aus der nordwestlichen Provinz Bubanza gemeldet. Dort sollen Rebellen Wahlmaterial gestohlen und Wähler eingeschüchtert haben.

Wie ein Sprecher der Unabhängigen Wahlkommission, Aster Kana, mitteilte, wurden aus Bujumbura neue Wahlunterlagen zu den betroffenen Wahllokalen gebracht. Die Abstimmung habe dort zwei Stunden später begonnen.

Parlament wählt Präsidenten

Die Wähler stimmten über 101 Sitze im Parlament von Bujumbura ab, das Mitte August einen neuen Präsidenten wählen soll. Die Abstimmung wurde von burundischen Sicherheitskräften sowie von UNO-Friedenssoldaten überwacht.

Nach einem zwölfjährigen Bürgerkrieg, in dem eine Viertelmillion Menschen getötet wurden, steckt Burundi in den schwierigen Anfängen eines Friedensprozesses. Hintergrund des Konflikts sind die Spannungen zwischen den Volksgruppen der Hutu und der Tutsi. Der Bürgerkrieg begann 1993, nachdem der erste demokratisch gewählte Präsident, ein Hutu, von Tutsi-Soldaten getötet worden war. Mehrere Friedensabkommen führten 2001 in Burundi zur Bildung einer Übergangsregierung. Nur eine Rebellengruppe hat sich dem Friedensprozess nicht angeschlossen. (APA/AP)

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    Bei der ersten Parlamentswahl in Burundi nach dem Bürgerkrieg sind drei Millionen Wahlberechtigte zum Urnengang aufgerufen.

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