Hintergrund: Kriege, Krisen und Konflikte in Afrika

3. Juli 2005, 22:47
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Afrikanische Union kommt zu Gipfeltreffen in Libyen zusammen

Syrte - Wenn die Mitgliedstaaten der Afrikanischen Union (AU) sich ab Montag zu einem zweitägigen Gipfel in der libyschen Stadt Syrte treffen, wird es dabei auch um die verschiedenen Kriege und Konflikte auf dem Kontinent und um die gemeinsame Friedenstruppe der Union im Sudan gehen. Die Nachrichtenagentur AFP gibt einen Überblick über die größten Kriege und Krisen des Kontinents:

KRIEGE:

In der DEMOKRATISCHEN REPUBLIK KONGO herrschte von August 1998 bis Dezember 2002 ein Krieg, an dem sechs weitere afrikanische Länder beteiligt waren: Während Angola, Namibia und Simbabwe die kongolesischen Regierungstruppen unterstützten, leisteten die kleinen östlichen Nachbarländer Ruanda, Uganda und Burundi den Rebellengruppen Beistand. In dem Krieg kamen rund 300.000 Menschen ums Leben, mehr als drei Millionen weitere Menschen starben an Kriegsfolgen wie Krankheit und Hunger. Der Friedensprozess seit 2003 ist fragil.

Die ostafrikanischen Staaten ERITREA und ÄTHIOPIEN führten von 1998 bis 2000 einen Grenzkrieg. Die Spannungen um den Grenzverlauf halten an.

BÜRGERKRIEGE UND ANDERE KONFLIKTE:

Im SUDAN gibt zwei große Bürgerkriegsregionen. In der Region DARFUR im Westen des Landes stehen sich seit Februar 2003 zwei Gruppen von Unabhängigkeitskämpfern und die Regierungstruppen gegenüber, die von arabischen Reitermilizen unterstützt werden. In dem Konflikt starben bislang bis zu 300.000 Menschen, weitere 2,4 Millionen Menschen wurden vertrieben. Ein Friedensabkommen von vergangenem Jahr wurde nie eingehalten.

Im Osten des SUDAN hatten Befreiungskämpfer und Zentralregierung 21 Jahre lang Krieg gegeneinander geführt, bis im Januar ein Friedensabkommen unterzeichnet wurde. Erst vor kurzem kam es aber wieder zu Angriffen. In dem Krieg wurden 1,5 Millionen Menschen getötet, vor allem durch Hunger und Krankheit. Im Sudan hat die AU derzeit 3300 Friedenssoldaten stationiert; in der Zukunft soll die Truppe in der Krisenregion Darfur auf 12.000 Mann anwachsen.

In der ELFENBEINKÜSTE herrscht seit einem gescheiterten Staatsstreich im September 2002 eine schwere Krise; den Norden der westafrikanischen Republik halten seitdem Rebellen unter ihrer Kontrolle.

BURUNDI erholt sich von einem zwölfjährigen Bürgerkrieg, in dem sich seit 1993 die von der Volksgruppe der Tutsi beherrschte Armee und die Hutu-Mehrheit gegenübergestanden hatten. In dem Konflikt starben mehr als 300.000 Menschen.

In LIBERIA herrschte 14 Jahre lang ein Bürgerkrieg, der im Jahr 2003 endete und bei dem ebenfalls rund 300.000 Menschen starben. Blauhelme sind in dem westafrikanischen Land stationiert, um den noch brüchigen Frieden zu sichern.

In SOMALIA stehen sich seit 1991 rivalisierende Clan-Chefs gegenüber. Die in Kenia sitzende Regierung schaffte es bislang nicht, die Kontrolle über das Land zu bekommen; es herrscht praktisch Anarchie.

Um die WESTSAHARA liegen seit 1975 Marokko und die Westsahara-Rebellengruppe Polisario im Streit. 1991 wurde unter Vermittlung der UNO ein Waffenstillstand geschlossen. In jüngster Zeit nahmen die Spannungen wieder zu. (APA)

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