General Motors holt sich mit hohen Rabatten Umsatzanstieg

12. Juli 2005, 15:19
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Der größte Autohersteller der Welt, General Motors, hat mit Rabatten von bis zu 35 Prozent seinen Umsatz um 41 Prozent gesteigert - Die Konkurrenz muss mitziehen

Detroit/New York - "Angestelltenrabatte" heißt das aktuelle Schlagwort im US-Autohandel. Dahinter verbirgt sich eine breit angelegte Aktion von General Motors (GM), Autos um rund ein Drittel unter dem Listenpreis zu verkaufen. Die Rabattaktion hatte im Juni eine wahre Verkaufsexplosion um 41 Prozent auf 558.092 Autos zur Folge.

Ford: Nur ein Prozent Wachstum

Ford legte im heimischen Markt einschließlich Jaguar, Volvo und Land Rover nur um ein Prozent auf 289.449 Autos zu. Die amerikanische DaimlerChrysler-Sparte Chrysler Group erhöhte ihren Absatz um fünf Prozent auf 220.032 Autos. Chrysler will nun ab dem 6. Juli dem Discount-Angebot von GM folgen und auch Fahrzeuge zu Preisen anbieten, die die eigenen Mitarbeiter zahlen.

Ausgenommen davon ist die Marke Mercedes-Benz, die in den USA im Juni ein Absatzplus von vier Prozent auf 18.242 Fahrzeuge erzielte. Der angeschlagene GM-Konzern konnte dank der Rabatte das beste Verkaufsergebnis seit 1986 aufweisen.

Der Verkauf der "spritfressenden" Pickups und Geländewagen erhöhte sich trotz stark gestiegener Benzinpreise um 68 Prozent, der der sparsameren Pkws dagegen nur um vier Prozent.

Ausländische Hersteller Verlierer der Rabattschlacht

Die Leidtragenden unter der Rabattschlacht sind die ausländischen Hersteller, die schon bisher unter dem hohen Euro litten. VW verkaufte im Juni deutlich weniger Fahrzeuge als im Jahr zuvor. Der Absatz sei um 16 Prozent auf 19.071 Fahrzeuge zurückgegangen.

Im ersten Halbjahr sank der Absatz sogar um 23,5 Prozent auf 96.704. Ein VW-Sprecher in Wolfsburg sagte aber, gegenüber dem Vormonat Mai sei der Absatz im Juni um 17 Prozent gestiegen. Dies zeige, dass VW in den USA langsam Fahrt aufnehme.

Zum Absatzminus binnen Jahresfrist sagte der Sprecher, dies liege vor allem am Modellwechsel beim Passat. Dagegen konnte Audi 3,8 Prozent mehr Fahrzeuge verkaufen als im Vorjahr - vor allem dank Zunahme der Verkäufe der A6- und A8-Modelle von 6947 auf 7209 Fahrzeuge. Im ersten Halbjahr blieb der Absatz mit 37.701 verkauften Fahrzeugen in etwa auf Vorjahresniveau.

BMW of North America verkaufte im Juni von seinen Marken BMW und Mini insgesamt 26.999 und damit 3,3 Prozent weniger Fahrzeuge als im Vorjahresmonat. Im ersten Halbjahr lag die Gruppe mit 144.843 verkauften Fahrzeugen leicht um 0,8 Prozent über dem Vorjahresniveau.

Mercedes-Benz mit Absatzplus

Mercedes-Benz USA verbuchte im Juni ein Absatzplus von vier Prozent auf 18.242 Fahrzeuge. Porsche hat im Juni in seinem Hauptmarkt Nordamerika sieben Prozent weniger Fahrzeuge verkauft als im Jahr zuvor.

Der Absatz sank von 2979 auf 2770 Fahrzeuge. Beim Geländewagen Cayenne gab es einen Einbruch um 21 Prozent auf 1217 Einheiten. Vom neuen 911er wurden mit 665 Autos 30 Prozent weniger abgesetzt. (dpa, red, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 04.07.2005)

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    GM-Mitarbeiterrabatte für alle: Noch nie wurden in den USA Autos so verschleudert wie im Juni. "Die teuerste Marketingaktion aller Zeiten", meinen Analysten.

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