Baskischer Premier: Madrid verhandelt mit Separatisten

8. Juli 2005, 16:13
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Sprecher der Sozialisten im Baskenland widerspricht

Madrid - Die spanische Regierung hat nach Angaben des baskischen Ministerpräsidenten Juan Jose Ibarretxe Gespräche mit der verbotenen Separatisten-Partei Batasuna aufgenommen. In einem am Sonntag erschienenen Interview mit der baskischen Tageszeitung "Deia" sagte der gemäßigte Nationalist Ibarretxe, die spanische Regierung und die baskischen Sozialisten stünden bereits im Dialog mit der Batasuna, die als der politische Arm der Separatisten-Gruppe ETA gilt.

Ein Sprecher der Sozialisten im Baskenland widersprach Ibarretxes Darstellung und betonte, dass das Gesprächsangebot der Regierung an Bedingungen gebunden sei. Das spanische Parlament hatte kürzlich einen Vorschlag der Regierung unterstützt, Friedensgespräche mit der ETA aufzunehmen, wenn sie die Waffen niederlege.

Die Batasuna bestreitet, der politischer Ableger der ETA zu sein. Zugleich lehnt sie es aber ab, deren Vorgehen zu verurteilen und teilt das Ziel eines unabhängigen Baskenlandes. Die Europäische Union und die USA betrachten die ETA als terroristische Organisation. Durch die Gewalt der militanten Basken sind seit 1968 rund 850 Menschen getötet worden. Obwohl die Gruppe auch weiterhin Anschläge verübt, sind in den vergangenen zwei Jahren allerdings keine Menschen mehr durch ETA-Bomben getötet worden. (APA/Reuters)

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