Elmar Fischer zum Bischof von Feldkirch geweiht

4. Juli 2005, 17:10
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Vorgänger Klaus Küng weihte seinen Nachfolger - Küng: "Der Bischof muss kein Übermensch sein"

Feldkirch - Elmar Fischer (68), bisheriger Feldkircher Generalvikar, wurde am Sonntag vom St. Pöltner Bischof Klaus Küng zum Diözesanbischof von Feldkirch geweiht. Vor 800 Festgästen im Feldkircher Dom und mehreren hundert Gläubigen auf dem Domplatz, die der Zeremonie über eine Leinwand beiwohnten, übergab der Vertreter des Apostolischen Stuhls, Nuntius Georg Zur, die Diözese an den neu geweihten Bischof.

Klaus Küng, der bis Oktober 2004 selbst Bischof der Diözese Feldkirch war, beschrieb in seiner Predigt seine Auffassung des Bischofsamts. Trotz der Größe der bischöflichen Aufgabe und trotz der persönlichen Begrenztheit müsse der Bischof kein Übermensch sein. Der Bischof sei einer, "der aus den Menschen herausgenommen ist und als erwählter Diener Christi in deren Dienst steht", sagte Küng. Der Bischof trage die Letztverantwortung für die Weitergabe des Glaubens und wenn es darum gehe, den Menschen die Heilsgeheimnisse wie Tod und Auferstehung Jesu, Christus selbst, zu vergegenwärtigen.

Nach seiner streng nach dem Ritual erfolgten Weihe zum Bischof stellte Fischer in seiner Dankesrede den heutigen Zeitgeist in Frage. Anstatt der "attraktiven Angebote" unserer Zeit betonte er die Angebote Jesu: "Weg, Wahrheit, Leben - sogar in Fülle". Gott wolle für uns "das Leben, die volle Menschlichkeit, die unantastbare Würde", sagte Fischer. In der heutigen von Wohlstand und Individualismus geprägten Umbruchzeit gelte die Stimme Jesu nicht viel. Dennoch müssten realistische Zeitanalytiker feststellen, dass "die attraktiven Angebote unserer Zeit nur begrenzten Erfolg bringen".

Landeshauptmann Herbert Sausgruber (V), der Feldkircher Bürgermeister Wilfried Berchtold sowie der evangelische Pfarrer Jürgen Schäfer in Vertretung des Landessuperintendenten Wolfram Neumann begrüßten Fischer nach dem Gottesdienst in sehr herzlichen Grußbotschaften als neuen Feldkircher Bischof. Sausgruber wünschte ihm "die Gabe des Zugehens auf die Menschen", ein gutes Maß im Bewahren von Wesentlichem und im Verändern sowie Gelassenheit.

Die Diözese Feldkirch ist die jüngste Österreichs und erst seit 1968 eigenständig. Fischer ist nach Bruno Wechner und Klaus Küng der dritte Feldkircher Diözesanbischof. Der nunmehrige Bischof war nach der Abberufung Küngs nach St. Pölten als "Ständiger Vertreter des Apostolischen Administrators" bereits seit Oktober 2004 mit der Leitung der Diözese betraut. Der ausgebildete Psychotherapeut Fischer hat in der abgelaufenen Woche bereits erste Personalentscheidungen getroffen und Benno Elbs zu seinem Generalvikar bzw. Walter Schmolly zum Geschäftsführer des Pastoralamts bestellt. (APA)

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