Wiedeking zum besten deutschen Top-Manager gekürt

12. Juli 2005, 15:09
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Deutschlands Führungskräfte halten den Porsche-Vorstand für den besten Manager - Bahnchef Mehdorn auf dem letzten Platz

Hamburg - Porsche-Vorstandschef Wendelin Wiedeking ist in einer Umfrage unter 1000 deutschen Führungskräften zum besten Manager Deutschlands gewählt worden. Auf einer Skala von 1 bis 6 erreichte er eine Durchschnittsnote von 2,1, wie die Bad Homburger Unternehmensberatung Marketing Corporation am Sonntag mitteilte.

Hinter Wiedeking verteidigt BMW-Vorstandschef Helmut Panke mit der Note 2,5 den zweiten Platz in der Erhebung, die jedes halbe Jahr erstellt wird.

Gefahr durch Regierungswechsel

"Wiedekings Stern könnte bei einem Regierungswechsel im Herbst bald sinken. Er muss aufpassen, dass seine Nähe zu Gerhard Schröder nicht zum Bumerang wird", erklärte Manfred Niedner, Vorstandsvorsitzender von Marketing Corporation. Wiedekings Note war um 0,4 gefallen.

Aufsteiger der aktuellen Befragung ist VW-Chef Bernd Pischetsrieder, der sich von Note 4,0 auf 2,7 verbessert. Pischetsrieder springt damit vom vorletzten auf den dritten Platz. "Die befragten Manager trauen es Pischetsrieder offensichtlich zu, den Turn-around im VW-Konzern zu stemmen", stellt Niedner fest.

Gleichauf mit Pischetsrieder liegt Lufthansa-Chef Wolfgang Mayerhuber (plus 0,3). Einen deutlichen Schritt nach vorne macht auch TUI-Vorstandvorsitzender Michael Frenzel (TUI), der sich auf eine Note von 2,8 (plus 0,6) verbessert.

"Frenzel steuerte die TUI drei Jahre lang durch eine schwere Branchenkrise, blieb in dieser Zeit seiner Strategie treu, so dass die TUI heute besser dasteht denn je", analysierte Niedner den Imagegewinn.

Erstmals gehört der neue Siemens-Chef Klaus Kleinfeld zum Kreis der wichtigsten deutschen Manager. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger Heinrich von Pierer konnte Kleinfeld die Führungskräfte noch nicht von sich und seinen Fähigkeiten überzeugen. Er landet mit einer Note von 3,3 auf dem 10. Rang.

Bessere Noten für DB-Chef

Deutlich besser als zuletzt schnitt Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann im Urteil der 1000 Manager ab. Im Dezember 2004 noch abgeschlagen auf dem letzten Platz der Image-Untersuchung von Marketing Corporation, konnte der Schweizer seine Note von 4,5 auf 3,6 verbessern, was allerdings immer noch den drittletzten Platz bedeutet.

Unverstanden bleibt hingegen die Strategie der Deutschen Telekom. Deren Vorstandsvorsitzender Kai-Uwe Ricke fällt von Befragung zu Befragung zurück. Mit einer 4,0 landet er auf dem vorletzten Platz. Schlechter kommt nur Hartmut Mehdorn weg.

Schwarze Peter

Die Bewertung des Bahn-Chefs stürzte gegenüber Juni 2004 um 0,9 Punkte ab und landet mit der Note 4,3 auf Rang 14. Niedner: "Mehdorn bekommt dauerhaft den Schwarzen Peter für die grundsätzlich schwierige Situation der Deutschen Bahn zugeschoben." (APA/AP)

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    Deutschlands bester Top-Manager: Porsche-Vorstand Wendelin Wiedeking.

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