Fernando Alonsos Sololauf

8. Juli 2005, 14:27
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Der Spanier verwies beim Heimrennen von Renault Raikkönen auf Platz zwei - Michael Schumacher Dritter - Klien, Friesacher out

Magny-Cours - Die Formel 1 kehrte zurück zur Normalität, und die Normalität war nicht sonderlich spannend. Fernando Alonso war am Samstag zur sechsten Pole-Position seiner Karriere gebraust, und diese gab er quasi bis zum Ende des Grand Prix von Frankreich am Sonntagnachmittag nicht mehr ab. Alonso siegte vor Kimi Räikkönen im McLaren-Mercedes und Weltmeister Michael Schumacher im Ferrari und überrundete den Rest der Konkurrenz.

Es handelt sich um des Spaniers fünften Saisonsieg und um seinen sechsten insgesamt und um den ersten Renault-Heimsieg seit 22 Jahren; Alain Prost gewann am 17. März 1983 in Le Castellet. In der WM-Gesamtwertung baute Alonso seine Führung aus, er liegt nun 24 Punkte vor Räikkönen und 29 vor Schumacher. "Mein Auto war extrem gut. Ich hatte schnell einen netten Vorsprung, danach habe ich das Rennen kontrolliert. Ich habe mich schon die letzten drei, vier Runden auf die Zieldurchfahrt gefreut", meinte Alonso nach der Zieldurchfahrt. Für die besten Szenen sorgte Kimi Räikkönen, der sich vom 13. Startplatz (Motorschaden im freien Training, Abzug von zehn Startplätzen) noch auf den zweiten Endrang nach vorne rackerte.

Für Christian Klien war das Rennen bereits in der zweiten von 70 Runden vorbei. Der Vorarlberger musste seinen Red Bull wegen mangelnden Benzindrucks abstellen. Kollege David Coulthard landete auf Platz zehn, womit dem österreichischen Team Punkte versagt blieben. In der Konstrukteurswertung rangiert es auf Platz sechs. Patrick Friesacher kam bis zur 36. Runde. Ein Patschen im linken Hinterreifen des Minardi finalisierte den GP für den Kärntner, der zu diesem Zeitpunkt an 18. und letzter Stelle lag.

Unterdessen hat sich Bernie Ecclestone zu Wort gemeldet. Der Chef gab den sechs Teams, die aufgrund mangelhafter Michelin-Reifen den GP der USA boykottiert hatten und deshalb vom Internationalen Automobilverband beschuldigt worden waren, Rückendeckung. "Am Ende gab es für die Teams keine andere Option", sagt der 74-Jährige. "Der Weg, wie mit dieser Angelegenheit umgegangen wurde, besonders von Michelin, war sehr gut. Sie haben sich wie Männer hingestellt und gesagt: Wir haben einen Fehler gemacht und sind bereit, dafür gerade zu stehen." Obwohl die Michelin-Empfehlung zu einem Rennen mit der Negativ-Rekordzahl von nur sechs Startern und zu zahlreichen Schadensersatzforderungen geführt hatte, steht Ecclestone auch im Nachhinein zu dieser Entscheidung. "Wir hätten sonst leicht jemanden verlieren können."

Und er sah auch Positives: "Das Gute an dieser Angelegenheit ist, dass wir mehr Aufmerksamkeit in Amerika bekommen haben als mit fünf Rennen zuvor."

Nächster WM-Lauf: GP von Großbritannien am 10. Juli in Silverstone. (bez, sid - DER STANDARD PRINTAUSGABE 4.7. 2005)

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    Fernando Alonso bestimmte das Wochenende in Magny Cours von Anfang bis Ende.

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