Symphonieorchester der Nervenzellen

11. Juli 2005, 11:30
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Der österreichische Neurologieforscher Thomas Klausberger (30) hat kürzlich den diesjährigen Otto Loewi Preis der Österreichischen Gesellschaft für Neurowissenschaften erhalten. Klausberger arbeitet an der Medizinischen Universität Wien und der britischen University of Oxford. Er nutzte eine neue Technik, um die Aktivität einzelner Nervenzellen zu messen und herauszufinden, wie sie miteinander in Wechselbeziehung treten. Diese Wechselbeziehung ist von zentraler Bedeutung für die Schaffung, Sortierung und das Wiederfinden von Erinnerungen.

Klausberger: "Es funktioniert so ähnlich wie ein Symphonieorchester. Unser Gehirn befindet sich in einer konstanten rhythmischen Aktivität, die wir Netzwerkschwingungen nennen." Seine Untersuchungen zeigten, dass verschiedene Gehirnzustände, etwa Schlaf, Angst oder Konzentration, durch unterschiedliche Aktivitätsmuster der Nervenzellen entstehen. Der Preis trägt den Namen des österreichischen Pharmakologen Otto Loewi, der 1936 den Nobelpreis für die Entdeckung von speziellen - von Nervenzellen freigesetzten - chemischen Botenstoffen erhielt. Der Otto Loewi Preis wird alle zwei Jahre an einen jungen heimischen Wissenschafter unter vierzig Jahre verliehen und ist mit 5500 Euro dotiert. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 4. 7. 2005)

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