Vorwürfe gegen Bush-Intimus Rove

8. Juli 2005, 16:23
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Berater des US-Präsienten soll Identität einer Agentin enthüllt haben

New York - Laut einem am Sonntag im Nachrichtenmagazin Newsweek erschienenen Artikel soll der engste politische Berater von Präsident George W. Bush, Karl Rove, einer jener Informanten gewesen sein, die vor ziemlich genau zwei Jahren die Identität der Geheimagentin Valerie Plame gelüftet haben. Den Namen eines Geheimagenten preiszugeben wird in den USA als Verbrechen geahndet.

Das Magazin Time hatte am Donnerstag der Forderung des zuständigen Gerichtes Folge geleistet und Unterlagen über mehrere Interviews ihres Redakteurs Matthew Cooper zur Verfügung gestellt. Newsweek will nun wissen, dass Rove in diesen Notizen schwer belastet werde - wenn auch möglicherweise nicht als Hauptinformant.

Newsweek führt weiter aus, dass man im Weißen Haus "besorgt" darüber sei, dass sich der im Herbst 2003 bestellte Sonderermittler Patrick Fitzgerald besonders für Rove interessiere. Cooper, der sich selbst noch weigert, weitere Unterlagen bereitzustellen, habe jedoch auch mit dem Stabschef von Vizepräsident Dick Cheney, Lewis "Scooter" Libby, über die Angelegenheit gesprochen.

Roves Anwalt Robert Luskin bestätigt zwar, dass Rove mit Cooper gesprochen habe, nie aber habe er die Identität der Geheimagentin Plame enthüllt. Gerüchte besagten damals, dass Informanten aus dem Weißen Haus im Juli 2003 mehr als ein halbes Dutzend prominenter Reporter kontaktiert hätten. Der Zweck der Übung soll es gewesen sein, Plames Ehemann Joe Wilson, der sich in der Irakfrage offen gegen die Regierung Bush gestellt hatte, eine Lehre zu erteilen. Drei Tage nach dem Gespräch mit Cooper erschien ein einziger Artikel: Der konservative Kolumnist Robert Novak enttarnte Plame als Geheimagentin. Inwieweit Novak mit dem Sonderermittler zusammengearbeitet hat, ist noch ungeklärt. (sdr/DER STANDARD, Printausgabe, 4.7.2005)

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    Karl Rove, der umstrittene Chefstratege des amerikanischen Präsidenten George W. Bush.

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