Startschuss für Sanierung des Audimax

21. Dezember 2005, 14:31
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Es darf aber nur im Sommer gewerkt werden - da weiter gelehrt wird. Ein Ende des ewigen Themas Siegfriedskopf scheint mit den Bauarbeiten in Sicht: Er wird umgesiedelt

Wien - An der Uni Wien fällt in den nächsten Tagen der Startschuss für die Sanierung des Audimax.

Der größte Hörsaal der Uni, der derzeit 800 Studenten Platz bietet, soll in zwei Etappen bis Herbst 2006 renoviert und modernen Standards angepasst werden - also das 30er-Jahre-Flair verlieren.

1935 fertig gestellt, war das Audimax ursprünglich nur für die Germanisten gebaut worden und ist der letzte Hörsaal der Universität, der im Zuge umfangreicher Sanierungsarbeiten renoviert wird. Aufgrund baubehördlicher Bestimmungen wird nach Abschluss der Arbeiten die Zahl der zur Verfügung stehenden Plätze sinken, sagte Architekt Roger Baumeister am Freitag.

Die Bauarbeiten sind umfangreich: Zunächst wird das Dach saniert, dann die Bühne vergrößert, die Sicherheitsbeleuchtung, Belüftung und Akustikanlage werden fertig installiert. Im Sommer 2006 folgen der Boden, das Gestühl samt elektronischen Einrichtungen wie LAN-Anschlüsse. In der ersten Reihe wird es Einrichtungen für Hör- und Sehbehinderte geben.

Verschärft wird das Ganze durch eine Vorgabe der Universitätsleitung: Der Umbau darf nur in den Sommermonaten erfolgen, sagte Vizerektor Johann Jurenitsch. Zu Vorlesungsbeginn am 1. Oktober muss das Audimax den Studenten wieder zur Verfügung stehen, Gleiches gilt auch für das kommende Jahr.

Der Renovierungsbedarf an der Universität ist groß, erklärte Jurenitsch. Immerhin sei das Hauptgebäude bei der Eröffnung 1883 für 2000 bis 3000 Studenten konzipiert worden. Heute sind es rund 65.000 Personen. Generalsanierungsbedarf sieht Jurenitsch vor allem bei der Universitätsbibliothek. Derzeit laufe dafür gerade eine Machbarkeitsstudie für Arbeiten an der zweitgrößten österreichischen Bibliothek.

Andernorts wird jetzt schon kräftig gebaut: Aula, Seitenaulen und Arkadenhof werden derzeit umgestaltet. Hell und freundlich soll der Eingangsbereich werden. In der Aula wird eine neue, großzügige Portiersloge mit einem Infoscreen eingebaut. Integriert ist auch ein ausfahrbarer Bereich, mit dem auf den zusätzlichen Platz bei Beratungsbedarf - etwa zu Semesterbeginn - Rücksicht genommen werden kann. In den Seitenaulen werden Info-Terminals aufgestellt. Der Innenhof solle als "Platz der Begegnung dienen" (Jurenitsch).

Ort der Begegnung

Ein anderer Ort der "Begegnung" soll hingegen geräumt werden. Der umstrittene Siegfriedskopf wird umgesiedelt. "Wir sind mit den zuständigen Behörden in Diskussion über die endgültige Platzierung", erklärte Jurenitsch. Der Ort soll eine neue künstlerische Gestaltung erfahren: "Wir geben ihn nicht weg, sondern wir stellen ihn zur Diskussion mit einer entsprechenden Aufarbeitung, wie sie von einer Universität erwartet wird." (APA, pm/DER STANDARD, Printausgabe)

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    Durch ein Gerüstwirrwarr zu den Hörsälen: Die Aula wird gerade neu gestaltet - hell und freundlich soll sie werden.

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