Afrikanische Union schickt Beobachter nach Harare

8. Juli 2005, 16:32
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Beauftragter soll Zerstörung von Elendssiedlungen untersuchen

Harare - Die Afrikanische Union (AU) hat einen Beobachter nach Simbabwe geschickt, der sich an Ort und Stelle über die umstrittene Zerstörung von Elendssiedlungen informieren soll. Der Beauftragte für Flüchtlinge, Asylsuchende und Vertriebene in Afrika, Bahame Tom Nyanduga, sei bereits am Donnerstag in Simbabwe eingetroffen, berichtete die simbabwesische Zeitung "Sunday Mail" am Sonntag.

Er sei beauftragt worden, die humanitären Aspekte der Zwangsräumungen zu untersuchen, sagte Nyanduga dem Blatt. Allerdings habe er bisher nichts unternehmen können, da die Regierung von Präsident Robert Mugabe noch an seinem Besuchsprogramm arbeite. Nyandugas Mission in Simbabwe sollte eigentlich schon am Montag zu Ende gehen.

Interne Angelegenheit

Die AU hatte noch im vergangenen Monat Forderungen der EU und internationaler Institutionen zurückgewiesen, der Zerstörung der Siedlungen in Simbabwe Einhalt zu gebieten. Es handle sich um eine interne Angelegenheit des Landes, hatte die Union argumentiert.

Die Regierung Mugabe lässt seit über einem Monat Elendssiedlungen und rechtswidrig errichtete Marktstände zerstören, angeblich um die Infrastruktur in den Städten zu verbessern und die Verbrechensrate zu senken. Menschenrechtler vermuten dahinter jedoch eine Strafaktion gegen die Bewohner der städtischen Gebiete, die bei der Parlamentswahl im März mehrheitlich für die Opposition und gegen die Mugabe-Partei gestimmt hatten. Nach UNO-Angaben wurden bisher mindestens 200.000 Menschen obdachlos, die Hälfte davon Kinder und Jugendliche. Die simbabwesische Opposition geht davon aus, dass eineinhalb Millionen Menschen ihr Zuhause verloren. (APA)

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