Bush: "Kyoto-Protokoll hätte US-Wirtschaft ruiniert"

4. Juli 2005, 19:53
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Zuvor gab es britische Presseberichte über angebliche Angst des Präsidenten vor Isolierung der USA

London - Vor dem G-8-Gipfel in Schottland hat US- Präsident Bush seine Ablehnung des Kyoto-Protokolls bekräftigt. Das Abkommen zur Reduzierung klimaschädlicher Emissionen hätte die US-Wirtschaft ruiniert, sagte Bush gegenüber britischen Medien. Für den Klimaschutz müssten vielmehr neue Technologien genutzt werden.

Der US-Präsident verwies darauf, dass die US-Regierung 20 Milliarden Dollar in Technologien wie Wasserstoff betriebene Autos oder emissionsfreie Kraftwerke investiere. Auf diesem Wege könne es möglich werden, von fossilen Energien wegzukommen, die Luftqualität zu verbessern und weniger abhängig von ausländischen Öllieferungen zu sein. Das Bush-Interview sollte am Montag ausgestrahlt werden.

Zuvor hatte Frankreichs Staatspräsident Chirac erklärt, beim G-8- Gipfel sei ein Abkommen über den Klimaschutz in Reichweite. Nach schwierigen Auseinandersetzungen "bewegen wir uns in Richtung Abkommen", sagte Chirac nach einem informellen Dreiergipfel mit Russlands Präsident Putin und Bundeskanzler Schröder am Sonntag in der Nähe von Königsberg/Kaliningrad. Der französische Staatschef fügte hinzu: "Wir warten auf die US-Position."

Angst vor Isolation?

Britische Presseberichte hatten zuvor von möglichen US-Zugeständnissen aus Sorge vor einer Isolierung der USA gesprochen. Amerikanische Unterhändler hätten den federführenden Briten signalisiert, dass der Präsident nicht mehr dagegen sei, die Klimaerwärmung als Tatsache anzuerkennen, berichteten "Sunday Times" und "Observer".

Bush wolle damit verhindern, dass die anderen Staaten ohne ihn eine Klimaerklärung beschließen. Über die Erklärungen des G8-Gipfels von Mittwoch bis Freitag in Schottland berieten Vertreter der beteiligten Länder am Wochenende in London.

Blair soll Bush "gedroht" haben

Die "Sunday Times" zitierte eine hohe britische Regierungsquelle mit den Worten: "Was Bush betrifft, hoffen wir, dass er eine Erklärung unterschreiben wird, die besagt, "Klimawandel ist eine Realität, und wir müssen durch Anwendung neuer Technologien Lösungen für das Problem finden". Wir glauben, dass Bush das hauptsächlich aus Freundschaft zu Tony Blair schlucken wird." Blair soll Bush damit gedroht haben, notfalls eine Klimaerklärung ohne ihn zu beschließen. (APA/dpa)

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