Eine Demonstration von Roger Federer

9. Dezember 2005, 10:33
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Schweizer schug Andy Roddick im Endspiel glatt 6:2,7:6,6:4 und avan­cierte mit dem dritten Sieg in Folge zur Allzeit-Größe

London - Roger Federer bleibt der "König" von Wimbledon: Der 23-jährige Schweizer kürte sich am Sonntag zum dritten Mal en suite zum Sieger auf dem Londoner Rasen und fertigte Andy Roddick nach einer nahezu fehlerlosen Leistung und exakt 100 Minuten mit 6:2,7:6 (2),6:4 ab. Federer ist in der Ära des Profitennis erst der dritte Spieler nach Björn Borg (1976-1980) und Pete Sampras (1993-1995/1997-2000), dem der Wimbledon-Hattrick gelungen ist.

Federer hat damit allein heuer schon wieder acht Turniersiege zu Buche stehen, insgesamt erhöhte er seine Titelanzahl auf 30. Auf Rasen ist er nunmehr schon 36 Matches en suite ungeschlagen, neben den drei Wimbledon-Titeln hat er seit 2003 auch drei Mal in Halle gewonnen. Und vielleicht noch imposanter: Er hat sein 21. Endspiel in Folge als Sieger verlassen.

Immer besser

Federer fehlten nach seinem neuerlichem Triumph die Worte: "Ich bin sehr stolz. Es ist das dritte Mal, dass ich hier gewonnen habe, das ist etwas ganz Besonderes." Im Vergleich zum Vorjahr sei der Siegesmarsch heuer sogar weniger schwierig gewesen. "Es war einfacher als die erste Titelverteidigung. Ich wurde in der zweiten Woche immer besser." Dabei habe er mehr Druck gehabt, weil er bei Australian und den French Open jeweils schon im Halbfinale gescheitert war. "Ich kann es noch kaum glauben."

So durfte sich der sympathische Eidgenosse über seinen bereits fünften Grand-Slam-Titel (Wimbledon 2003-2005, Australian Open und US Open 2004) freuen - und ein Ende ist eigentlich nicht abzusehen. Andy Roddick ist der zweitbeste Spieler der Welt im Ranking und verfügt auch über die zweitbeste Rasenbilanz, doch im zehnten Duell mit Federer hatte er das neunte Mal das Nachsehen. "Dieser Typ ist aus einem bestimmten Grund der Beste. Er ist so ein kompletter Spieler und hat sich auch in den vergangenen Jahren noch so verbessert", zollte Roddick seinem Bezwinger Lob.

Auf einer Ebene mit den Größten

Bei den Herren hatten zuletzt zwei Mal Pete Sampras und Björn Borg drei oder mehr Titel hintereinander gesammelt. "Sampras war einer meiner Lieblingsspieler, und was Borg erreicht hat, ist eigentlich schon außerhalb dessen, was möglich ist. In der selben Liga wie diese beiden zu sein, ist etwas absolut Besonderes für mich", sagte Federer. Er braucht nun nur noch fünf Siege, um den Rasen-Rekord des fünffachen Wimbledon-Champions Borg (41) einzustellen.

Gegen Roddick benötigte Federer nur 22 Minuten zum Gewinn des ersten Satzes, er scheuchte den US-Open-Sieger von 2003 nach Belieben über den nach zwei Turnierwochen verbliebenen Rasen. Roddick konnte im zweiten Satz eine 3:1-Führung nicht halten und verzweifelte im Tiebreak, weil ihm kein einziger Punkt mit dem sonst so starken, eigenen Service gelang. Danach sorgte Nieselregen für eine rund 20-minütige Unterbrechung. Nach 1:41 Stunden nutzte Federer seinen ersten Matchball nach einem trotz der Klarheit sehenswerten Match. (APA)

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    Gegen Roger Federer ist auf Gras kein Kraut gewachsen. Der Schweizer hat als dritter Profi nach Björn Borg (1976-80) und Pete Sampras (1993-95, 1997-2000) in Wimbledon einen Hattrick geschafft.

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